Dieses Jahr geht es ab und zu auch durchs Gelände. Zusammen mit einem Vereinskollegen bin ich neulich rund um den Fischerberg quer durch den Wald gelaufen. Wir sind dabei sowohl über befestigte Waldwege als auch über Trampelpfade im gemütlichen Tempo gelaufen. Leider war es zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig kalt, so dass die Wasserpfützen und -löcher noch nicht gefroren waren. Da habe ich es dann schon bereut, beim SpeedCross nicht ein paar Euro mehr für die Climashield-Variante ausgegeben zu haben. Das Wasser aus der Pfütze war nämlich sehr schnell im Schuh. Das ist natürlich eher suboptimal. Da der freundliche Versandhändler in England kürzlich seinen Mega Sale machte, bei dem die Preise wirklich unglaublich niedrig waren (z.B. LunaRacer 3 für knapp 70(!) Euro), habe ich mir ein Paar Adidas Kanadia 4 mit Gore-Tex Obermaterial bestellt.
Adidas Kanadia 4 GTX
Vorneweg erstmal das Gewicht: 400 Gramm bringt ein Schuh in Größe 46 auf die Waage. Das ist schon ein ziemlicher Brocken, den man da mit sich rumschleppt. Gut, ist ein Cross-Schuh, aber 400 Gramm ist schon etwas heftig. Der Einstig gestaltet sich etwas schwierig, da über der Zunge nochmal so eine Art “Schutzhülle” aus ClimaProof-Material eingearbeitet ist. Diese ist an beiden Seiten festgenäht und nicht wirklich dehnbar. Mit einem Schuhlöffel geht es etwas leichter, wobei ich bisher noch bei keinem Schuh einen Schuhlöffel benötigt hätte. Der Schuh
fällt im Gegensatz zu den Adizero Modellen von Adidas recht breit aus.
Ich hatte den Schuh bei Schneefall und leicht schneebedeckter Straße an. Ich habe sogar vorsätzlich die eine oder andere Pfütze gesucht und bin mit voller Absicht durchgerannt. Ich konnte durch den Schuh spüren, wie das Wasser auf den Schuh aufprallte, aber das von den anderen Schuhen bekannte Gefühl, wenn das Wasser durch das Obermaterial dringt, stellte sich nicht ein. Ich konnte mit dem Schuh auf der hauptsächlich asphaltierten Strecke gut laufen und muss sagen, dass der Grip auf der
schneebedeckten Strecke durchgehend sehr gut war. Ich denke, dass auf Eis nichts an die IceBugs rankommt, aber auf Schnee und durch den Matsch dürfte das Profil der Adidas Kanadia 4 GTX sehr gut für einen ordentlichen Vortrieb sorgen. Die Füße blieben trotz der dünnen “Sommersocken” die ganze Zeit über schön warm. Was mich nach dem rund 70 minütigen Lauf etwas irritierte: die Socken waren tropfnass. Ob das jetzt das Wasser war, das oben in den Schuh eingedrungen war oder Schweiß, lässt sich nicht sagen. Das muss ich nochmal bei trockenen Bedingungen (wobei da ein solcher Schuh eigentlich wenig Sinn macht) testen.
Kürzlich war ich auch bei tiefem Schnee mit dem Schuh unterwegs. Ich hatte keine kalten Füße, die Socken waren trotzdem nass, aber ich denke, dass diese Nässe von oben über die Socken eindringt. Bei einem wilden Lauf durchs leicht abschüssige Gelände bin ich auf Eisplatten getroffen und musste feststellen, dass dieser Schuh nicht für das Laufen auf Eis gemacht wurde: Mir hat es beide Beine einfach weggezogen und ich habe einen sauberen Abflug hingelegt. Ist aber nichts passiert.
Fazit:
Ein absolut solider Schuh, der sicherlich keinen Preis für das geringste Gewicht erhalten wird. Wenn der Einstieg mal geglückt ist, fühlt man sicher jederzeit wohl in diesem Schuh. Die Füße bleiben schön warm, wenn auch nicht immer ganz trocken. Für die wenigen Läufe im Jahr, die ich durch das Gelände gehe, ist er mehr als ausreichend.
Salomon SpeedCross 3
Auch hier zu Anfang das Gewicht: Rund 360 Gramm pro Schuh in Größe 46 wird im Display der Küchenwaage angezeigt. Das sind zwar “nur” 40 Gramm weniger als der Adidas Kanadia 4 GTX, aber am Fuß ist das doch deutlich angenehmer. Vor allen Dingen, wenn man sonst immer in Light-Weight-Trainern, die so um die 250 Gramm oder weniger auf die Waage bringen, trainiert. Ich bin mit dem Schuh durchs winterliche Gelände gerannt und musste relativ schnell
feststellen, dass ich die etwas teurere Climashield-Version (Gore-Tex gab es nur beim SpeedCross 2) hätte kaufen sollen. Schon nach der ersten Pfütze, der man auf Waldwegen relativ schnell begegnet, war Wasser im Schuh. Der Grip war im Matsch und Schnee absolut tadellos. Auch bergab gab es auf leicht rutschigen Passagen keine Probleme. Auf Eis hat aber
auch der Speedcross keine Chance gegen den IceBug. Die Füße waren, auch wenn schon Wasser im Schuh war, immer schön warm.
Beim ersten Lauf der Winterlauf-Challenge bin ich in diesem Schuh gestartet und kam auf dem schneebedeckten Untergrund sehr gut damit zurecht.
Bei den Bewertungen habe ich gelesen, dass sich viele Leute über die schlechte Qualität bzw. den schnellen Verschleiß des Schuhs beschwert haben. Ich kann natürlich nicht einschätzen, wo die Leute damit gelaufen sind. Asphalt ist sicher kein Freund dieses Schuhs. Ich bin mal gespannt, wie lange er bei mir halten wird. Wobei ich diesen Schuh nur im Gelände und bei den Cross-Wettkämpfen nutzen werde. Insofern werden da nicht soooo viele Kilometer im Jahr zusammenkommen.
Fazit:
Ein feiner Schuh, der bei trockenem Wetter im Gelände richtig Spaß macht. Ich habe ihn mir für die Cross-Wettkämpfe im Rahmen des OVL-Cups, die in dieser Saison geplant sind, gekauft und denke, dass ich dort mit ihm in der Lage sein werde, ein ordentliches Tempo vorzulegen. Ob ich in diesem Schuh dauerhaft einen Schnitt um die 04:00 Minuten pro Kilometer oder darunter laufen kann, wird sich zeigen.