Endlich aus dem Wasser Es gibt so Wettkämpfe, da fragt man sich hinterher, warum man überhaupt gestartet ist. Der Triathlon über die olympische Distanz letzten Sonntag in Regensburg ist so einer. Seit Roth hatte ich nicht mehr strukturiert trainiert und habe durch das Adduktorenproblem mehr als eine Woche sogar komplett auf Sport verzichtet. Am Freitag bin ich 3,5 Stunden nach Baden-Baden gefahren, um am Samstag mit Stone seinen 40.ten Geburstag feiern zu können. Dort bin ich gegen 21:30 Uhr wieder losgefahren und war gegen 00:30 Uhr wieder in Weiden. Am Sonntag klingelte um 05:45 Uhr wieder der Wecker, um das Equipment für Regensburg zu packen. Die Coolwings habe ich auf Grund der Wetterprognose (”26 Grad Celsius”) törichterweise zu Hause gelassen. Unterwegs habe ich noch einen Vereinskollegen mit Fahrrad eingesammelt. Gegen 08:15 Uhr waren wir in Regensburg und es war mir zu diesem Zeitpunkt schon viel zu warm. Auf den ursprünglich geplanten Start im 2XU Einteiler  habe ich aufgrund der Temperaturen verzichtet, weil ich nicht einschätzen konnte, wie sich dieser bei 30 Grad Celsius im Schatten verhält. Da ich als Backup noch den bekannten Zweiteiler dabei hatte, konnte ich ja noch wechseln.

Den Schwimmstart hätte ich fast schon wieder verbummelt, keinen Ahnung, was dieses Jahr los ist. Die Donau mit knapp 18 Grad Celsius war auch im Neo nicht wirklich angenehm. So hatte ich noch damit zu kämpfen, mich auf die Kälte einzustellen, als bereits der Startschuss fiel. Der Schwimmstart in Regensburg ist so ziemlich der übelste, den es gibt. Da wird geprügelt, getreten und geschlagen wie bei einem Kickbox-Fight. Ich bekam einen Schlag in den Unterleib, in den Magen und auf den Kopf. Schon leicht panisch versuchte ich an den Rand zu kommen, was aber nicht ganz so einfach war. Hier war Oma-Brustschwimmen angesagt. Ich kam überhaupt nicht in einen (und schon gar nicht meinen) Rhythmus. Erst nach der Wendeboje konnte ich mit einer akzeptablen Geschwindigkeit durchs Wasser gleiten. Beim Ausstieg stand eine 26:37 auf der Uhr, was für die gerade Strecke absolut kein guter Wert ist und deutlich unter meinen Fähigkeiten (und meiner Erwartung) liegt.

Der erste Wechsel war auch nicht wirklich raketenartig. Nach den ersten Metern geht es in Regensburg gleich übel den Schelmengraben hoch. Mein Kreislauf machte mir ernste Sorgen, da er sich nicht so verhielt, wie ich es erwartet hätte. Ich musste exrem kämpfen und bekam kaum Luft. Es dauerte sicher vier bis fünf Kilometer, bis er sich stabilisierte. Die Radstrecke kann man sicher als selektiv beschreiben. Ständig geht es den Berg hoch. Einziger Lichtblick an dem Tag war der unterhaltsame Positionskampf mit einem anderen Argon 18 E-112 Fahrer. Bergauf (das muss man sich mal vorstellen, ich überhole bergauf!) konnte ich ihn immer überholen, auf den Flachstücken fuhr er wieder vorbei. Jeder Überholvorgang wurde beiderseits natürlich mit einem Kommentar versehen. ;-) Ab Kilometer 30 wird die Strecke dann etwas flacher, bevor man wieder nach Regensburg kommt. Dann kommt der lustigste Teil: vier (!) 180 Grad Kurven. Man muss nämlich über eine Fußgängerbrücke fahren. Danach geht es auf einem leichten Schotterweg (!!) weiter, bis man schließlich auf dem Dultplatz durch (!!!) ein Festzelt fährt.
Der Wechsel zum Lauf war in Ordnung, die ersten Meter beim Laufsplit waren auch noch auf einem guten Niveau, doch nachdem man den Dultplatz überquert hat, geht es auf einem “Trailpfad” bis zur steinernen Brücke an der  Donau entlang. Auf dem Weg dorthin musste man bergab über einen kleinen Schotterweg. Das ist nichts für mich. Die Hitze war inzwischen noch etwas angestiegen und ich denke, dass es schwül-warme 30 Grad Celsius hatte. Das ist überhaupt nichts für mich. Relativ resigniert lief ich die Strecke lang, als plötzlich jemand neben mich lief und fragte: “Ist das jetzt Dein Wetter?” Vollkommen überrascht schaute ich mich um und sah Sportsfreund Christian, der auf seinem Weg nach Kona, Hawaii, einen kurzen Zwischenstopp in Regensburg eingelegt hat. Leider verweilte er aber nur kurz neben mir, um dann mit der Geschmeidigkeit einer jungen Gazelle davonzulaufen. Im Gegensatz dazu quälte ich mich wie ein dreibeiniger Esel über die komplette Laufstrecke und hatte nicht einen spaßigen Moment dabei. Ein Tempo von 04:39 Minuten pro Kilometer sind bei einer olympischen Distanz eigentlich inakzeptabel. In Baunach stand immerhin eine 04:16 bei ähnlichen Streckenbedingungen im Logile.
Rückblickend kann ich feststellen, dass kaum Training, zwei Nächte mit sehr wenig Schlaf und Temperaturen um die 30 Grad Celsius bei mir zu keinem guten Wettkampf führen. Der nächste Wettkampf ist für Mitte September geplant. Da sollte die Temperatur (hoffentlich) nicht mehr das Problem sein.

Ergebnis: 02:26:51 (1,5 Swim - 37 Bike - 10,4 Run)
Platzierung: Platz 108 von 288 (Platz 22 von 50 in der AK M40)