Mannschaftszeitfahren mit Crosslauf: Nonstop Triathlon Baunach 2011
- Dienstag, 5.07.2011
- Eingetragen in Wettkampf
- von Ralf
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Das war ein lustiger Wettkampf! Die Organisation war einwandfrei, alle Helfer waren leidenschaftlich dabei. Das hat echt Spaß gemacht. Das Wetter war leider nicht so ganz optimal: Relativ kalt und zwischendrin leichter Regen.
Schwimmen:
Das Schwimmen fand in einem Weiher statt, der auf jeden Fall nicht die Wasserqualität des Steinberger Sees hatte. Ich habe noch nicht mal die Füße des jeweiligen Vordermannes gesehen, so dass ich zwei Mal voll auf Schwimmer aufgeschwommen bin. Ich wurde auch mehrfach auf- bzw. überschwommen, so dass es sicher nicht nur an mir gelegen hat. Landstarts sind eigentlich eine feine Sache, weil man nicht schon zehn Minuten vor dem Start im Wasser rumpaddeln muss. Aber wenn rund 150 Athletern auf rund zehn Meter Breite gleichzeitig ins Wasser stürmen ist das nicht mehr ganz so entspannt. Ich hatte mir den Start der Sprintdistanzler, der eine Stunde vor meinem Start stattfand, angeschaut und habe mich daher am linken Rad positioniert und kam dann auch recht gut weg. Die Schwimmstrecke war etwas verwinkelt: Boje 1, Boje 2, Boje 3, Boje 1, Boje 2, Boje X waren die Stationen. Offiziell waren es 1,4 Kilometer, der Garmin zeigt 3 KIlometer an (in der Regel ist es die doppelte Strecke). Bei den vielen Bojen bin ich aber sicher nicht immer die optimale und gerade Strecke geschwommen. Mit 22:58 Minuten bei der amtlichen Zeitnahme bin ich zufrieden.
Wechsel 1:
Beim Ausziehen des Neos habe ich mir fast mit dem Zeitnahmechip einen Riss im rechten Ärmel des neuen 2XU C:2 Neos zugezogen, weil sich der Chip verdreht hatte. Da es recht kalt war, musste ich erstmal Socken (die schicken Skinfit Socken, die es in Krailling als Finisher-Geschenk gab) und Armlinge anziehen. Dann strümpfig durch den Rasen. Als ich auf das Rad gesprungen bin und die Socken auf die Schuhe gestellt habe, musste ich leider feststellen, dass das keine gute Idee war. Die Socken haben sich wunderbar in dem Klettverschluss der Radschuhe “verkeilt”. In Zukunft also wieder nur Baumwollsocken, die machen keine Probleme mit dem Klettverschluss.
Radfahren:
Das war sowas! Bei dem Rennen der Sprintdistanzler habe ich mir das Aufsteigen auf das Rad angeschaut. Mein lieber Mann! Zum einen hat es keinen der Wettkampfrichter interessiert, ob jemand AN, VOR oder HINTER der eingezeichneten Linie aufgestiegen ist. Da sind dann einige auf die Idee gekommen, direkt an dem schmalen Ausgang der Wechselzone, der rund fünf Meter hinter der Linie lag, aufzusteigen. War lustig anzuschauen. Dann gibt es welche, die mit einem dickem Karbonrennrad, Aerohelm und Kompressionssocken über die Sprintdistanz (0,5 Swim, 21 Bike und 5 Run) starten, aber offensichtlich noch nie das Aufsteigen auf das Fahrrad trainiert haben. Wahnsinn!
Die “Straße” von der Wechselzone bis zur Bundesstraße vor darf man ruhig als bescheiden beschreiben und es hat ordentlich gewackelt und geschüttelt. Auf der Bundesstraße angekommen habe ich die ersten 2,5 Kilometer ohne Not reingetreten wie ein Bekloppter (287 Watt). Irgendwie wollte ich die etwas größere Gruppe vor mir überholen, um nicht in Windschattenverdacht zu kommen. Bei Kilometer acht kam eine - in der Wettkampfbesprechung extra erwähnte - Engstelle. Zuerst eine scharfe Rechtskurve, dann eine extrem scharfe Linkskurve mit Gegenverkehr. Ich habe vor der Linkskurve gebremst und bin auf die rechte Seite gefahren, einer ist etwas schneller an mir vorbei, als ich von hinten die dicke Scheibe mit Vollgas ankommen höre. Im Bruchteil einer Sekunde war für mich klar, dass das von der Physik her in dieser Kurve mit diesem Tempo niemals klappen kann. Ich wollte gerade noch eine Bemerkung rausbrüllen, als ich den Aufschlag auf dem Asphalt gehört habe. Ich konnte in einer recht tollkühnen Aktion noch nach rechts ausweichen, sonst wäre ich direkt umgemäht worden.
Kurz danach ist die größere Gruppe wieder an mir vorbei. In Zweierreihen ist die Gruppe entspannt die Straße entlang gefahren. Nach einigen Kilometern ist sogar ein Wettkampfrichter hinter der Gruppe hergefahren. Aber es gab keine Karten. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich auch in der Gruppe mitgefahren, das sah recht locker aus. In der Gruppe ist einer mit Aerohelm mitgefahren und hat die ganze Zeit bei einer Frau (ohne Aerohelm) gelutscht. Das nennt man dann kluge Renneinteilung, oder was? Der Hammer war aber der Sportsfreund, der so bei Kilometer 14 an mir vorbeigefahren ist. Zuerst überholt mich ein Motorroller, direkt danach ein Rennrad. Da habe ich mir noch nichts dabei gedacht. Doch dann hat der Rollerfahrer so Turnübungen auf dem Roller gemacht, die Füße baumeln lassen etc. Das kam mir schon irgendwie komisch vor, denn das erscheint mir nicht die schnellste Möglichkeit, um an einem Samstagmittag mit dem Motorroller von Punkt A zu Punkt B zu fahren. Dann kam ein Kreisverkehr, der Rollerfahrer voraus, dann ein Auto, das direkt davor noch überholt hat, dann der Rennradfahrer. Das Auto bremst vor dem Kreisverkehr, der Rennradfahrer fährt dann direkt am Eingang des Kreisverkehrs rechts an dem Auto vorbei, was sicher nicht so in der Sportordnung empfohlen wird. Nach dem Kreisverkehr hat der Rollerfahrer wieder gebremst, bis der Radfahrer aufschließen konnte. Da hat es mir echt die Sprache verschlagen. Ich bin dann aufgefahren und habe den Radfahrer gefragt, ob wir beim Paarzeitfahren sind, während er entspannt im Windschatten auf dem Aerolenker lag und an seinem Garmin rumgefummelt hat. Bei Kilometer 17 hat er mich an einer Bergabpassage wieder überholt - ohne Rollerfahrer. Die Radstrecke war insgesamt nicht ganz einfach, recht windig und gegen Ende hin auch etwas bergig.
Wechsel 2:
Rad abstellen, Helm ablegen, zehn Meter weiter zur Tüte laufen, in der die Laufschuhe und der Visor waren, Armlinge in die Tüte rein, Gel in die Hand und ab dafür.
Laufen:
Das war die übelste Laufstrecke, die ich bisher unter die Füße bekommen habe. Ich denke, dass maximal 25 Prozent Asphalt waren. Der Rest war entweder unebene Wiese, Schotterweg mit Bauschutt oder (teilweise) matschiger Feldweg. Das war eine echte Herausforderung mit dem Saucony Type A4. Der Weg um den See war auch noch etwas wellig. Das machte nicht so richtig Spaß. Ich wollte aber nur den Windschattenfahrer und die -gruppe einholen. Insofern lief ich im oberen Drittel meiner Möglichkeiten. Mit Rücksicht auf die Langdistanz in Roth am Sonntag, lief ich aber nicht auf der Kante. Bei Kilometer acht hatte ich die Gruppe dann eingeholt. Lustigerweise liefen die immer noch in der Gruppe.
Beim Blick auf die Ergebnisliste konnte ich total entzückt festellen, dass ich dem Rollerlutscher mehr als drei Minuten beim Laufsplit aufdrücken konnte. Die Laufzeit war überhaupt sehr gut, war immerhin der 23. Split (zweitbester in der AK).
Ergebnis: 02:31:31 (1,4 Swim - 46 Bike - 10,4 Run)
Platzierung: Platz 42 von 147 (Platz 8 von 24 in der AK M40)
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