Junge Menschen unter 30 nutzen den Vatertag offensichtlich in erster Linie dazu, mit einem Bollerwagen voll mit Bier durch die Gegend zu marschieren und sich relativ sinnlos zu betrinken. Alte Menschen um die 60 packen bei gutem Wetter das gute alte Fünfgang Fahrrad aus und machen damit die Straßen unsicher. Die Menschen, die am Vatertag keinen Bewegungsdrang verspüren, sitzen im Garten und grillen. Da ich mich zu keiner der drei Kategorien zähle, bin ich zusammen mit Hans die Radstrecke der Challenge Roth abgefahren. Eigentlich wollten wir am 15.05.2011 mit dem Professional Endurance Team eine geführte Tour fahren. Bei mir kam aber der Duathlon in Krailling dazwischen, Hans war erkältet und konnte daher nicht mitfahren. Da wir beide der Meinung sind, dass eine gewisse Streckenkenntnis nicht verkehrt ist, haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, den heutigen Tag dafür zu nutzen. Und wir waren nicht alleine!

Am Anfang taten wir uns etwas schwer, den “richtigen” Park & Ride Parkplatz in Roth zu finden. Da es aber auf dem Weg nach Eckersmühlen nur einen gibt, haben wir den genommen. Dort haben wir das Auto abgestellt, die Räder ausgeladen und sind dann Richtung Eckersmühlen losgefahren. Dort haben wir uns gleich verfahren, da wir immer erst den Zettel rauskramen mussten, auf dem die einzelnen Stationen stehen. Wir haben erst bei Kilometer 40 geblickt, dass an den diversen Verkehrsschildern Challenge Roth Wegweiser angebracht sind.  Unterwegs haben wir eine siebenköpfige Truppe getroffen, die offensichtlich die gleiche Idee hatte wie wir. So haben wir uns immer mal wieder gegenseitig überholt. Am Kalvarienberg in Greding trennten sich aber unsere Wege, da ich die Abfahrt verpasst habe und dann reaktionsstark die Auffahrt für die Gegenfahrbahn benutzt habe. Hätte super gepasst, wenn ich nicht den dicken Gang drin gehabt hätte. Beim Schalten am Berg ist mir dann die Kette runtergesprungen und wir mussten einen Notstopp einlegen. Das wird mir am 10.07. hoffentlich nicht wieder passieren. Der Kalvarienberg ist am Anfang ganz schön steil, aber nach den italienischen Steilwänden kann mich das nicht mehr schocken. Weiter oben wird er wieder etwas flacher und lässt sich ganz gut hochkurbeln. Wie das dann im Rennen bei der zweiten Runde aussieht, kann ich nicht sagen. Der Solarer Berg ist ziemlich harmlos. Wenn ich mir dann noch vorstelle, dass dort in drei oder vier Reihen Menschen stehen, die einen den Berg hochpeitschen, dürfte das eher ein kleines Problem sein. Was mich etwas überrascht hat, war das gesamte Streckenprofil. Alle Leute, mit denen ich mich bisher unterhalten habe, haben mir erzählt, dass die Strecke flach und schnell ist. Nachdem Sebastian Kienle letztes Jahr die Radbestzeit auf der Langstrecke aufgestellt hat, kann es schon sein, dass die Strecke schnell ist. Aber flach ist das Profil auf jeden Fall nicht. Wir hatten gefühlt auch immer Gegenwind, was bei einem Rundkurs ja nicht so ganz möglich ist. Ich hoffe, dass es am 10.07. windstill ist.
Nachdem wir die Fahrräder wieder im Auto verstaut hatten, sind wir noch die ersten fünf Kilometer der Laufstrecke bis kurz vor den Kanal gelaufen und dann wieder ungekehrt. Insgesamt hat sich die Tour auf jeden Fall gelohnt, da ich jetzt weiß, was mich auf der Radstrecke am Wettkampftag erwartet. Und der erste Teil der Laufstrecke ist auch nicht ohne, da geht es knackig den Berg hoch. Also auf keinen Fall einen Blitzstart hinlegen!