Archiv für Mai, 2011

Bilder Trainingslager Italien

Ich habe von Sascha und dem Tricamp-Team einige Bilder aus dem Trainingslager erhalten. Die Lawine bekam meine Gruppe ja nicht mehr zu sehen. Um ehrlich zu sein: Da bin ich nicht traurig! Das sieht nicht so lustig aus.

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Winkel, Kurven, Kopfsteinpflaster: Amberger Running Night am 21.05.2011

Da ich noch keinen amtlichen (die Wettkämpfe im Winter zähle ich nicht dazu) zehn Kilometer Wettkampf in diesem Jahr im Log stehen hatte, entschloss ich mich relativ kurzfristig dazu, bei der Amberger Running Night zu starten. Nachdem es bis kurz vor der Abfahrt in Weiden noch ziemlich stark geregnet hat, wollte ich schon fast ein DNS (did not start) hinlegen, weil Regen und Kopfsteinpflaster sicher keine gute Kombination für eine PBZ auf den zehn Kilometern sein dürften. Auf der Fahrt nach Amberg (rund 50 Kilometer) wurde das Wetter aber immer besser und in Amberg selbst gab es strahlenden Sonnenschein bei irgendwas um die 20 Grad Celsius. Optimales Laufwetter also. Startnummer geholt, umziehen, aufwärmen, kurzer Plausch mit einem Bekannten, aufwärmen, aufstellen an der Startlinie. Der Kurs ist ein Rundkurs, den es vier Mal zu bewältigen gilt. Jede Runde hat 2,5 Kilometer und eine Verpflegungsstation im Start-/Ziel-Bereich.
Gleich nach dem Start ging es los wie die Feuerwehr, was bei dem Feld auch nicht sonderlich überraschend ist. Ich musste erst noch schnell einen etwas langsameren Block umkurven, um dann direkt die Spitzengruppe vor mir zu sehen. Da ich manchmal wie ein Hamster in seinem Drehrädchen bin, versuchte ich an der Gruppe dran zu bleiben. So kommt man dann auf eine 03:29 für den ersten Kilometer. Um die PBZ auf dem 10er zu machen, war mir das gerade recht. Danach habe ich das Tempo allerdings etwas reduziert, da ich niemals mit einem Schnitt um die 03:30 über die zehn Kilometer gekommen wäre. Die Kurven, Winkel und das Kopfsteinpflaster machten es mir auch nicht unbedingt einfach, die Kilometer zwei und drei in 03:41 zu laufen. Ca. bei Kilometer 1,5 lauerte die übelste Stelle des Wettkampfes: Zuerst geht es leicht bergauf, dann eine Rechtskurve, dann eine Linkskurve, dann eine Treppe (breite Stufen, trotzdem nicht lustig), dann eine kleine Brücke, 90 Grad Linkskurve, Rampe. Das war nicht wirklich schön. Und die Aussicht, diese Stelle noch drei Mal passieren zu dürfen führte nicht zu großer Begeisterung. Nach diesem Abschnitt ging es weiter leicht bergauf, bis man schließlich zum “Gipfel” gelangte.  Von dort aus ging es bergab und ich konnte bei allen Runden meine grandiosen Bergabbeine erfolgreich einsetzen. Ich denke, die zwei Sportsfreunde, die ich dort in jeder Runde überholt habe, fanden es nicht so lustig. Dumm nur, dass sie mich in jeder Runde trotzdem wieder überholt haben :-(

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Die Beine! Sie brennen! Lichterloh! Duathlon Krailling am 15.05.2011

Was ein Spaß! Bei Kilometer sieben auf dem Rad ist mir wieder eingefallen, warum ich bisher nur einen Duathlon gemacht habe: Das ist hammerhart! Deutlich härter als ein Triathlon. Da die Beine beim Schwimmen meist nur locker im Wasser hängen, sind sie zum Start des Radfahrens total entspannt. Das ist bei einem Duathlon, bei dem man am Anfang einen 10er im leicht submaximalen Bereich läuft, natürlich etwas anders.

Location

Der Start fand im Bauhof statt. Klingt etwas seltsam, ist aber von der Örtlichkeit her gar nicht schlecht.
Die Laufstrecke ging zum größten Teil durch den Wald, was mir leider vorher nicht bewusst war, sonst hätte ich nicht die leuchtgelben (und quasi noch fabrikneuen und jetzt endlich mit LockLaces versehenen) Saucony Type A4 als “Tanzschläppchen” ausgewählt. Einige Stellen waren mit Pfützen versehen, Wurzeln im Wald und absolut unebene Schotterpisten sind beim Laufen meine natürlichen Feinde.
Die Radstrecke war komplett gesperrt und eigentlich flach. Für mich als absolut schaltfaulen Aerolenkerlieger mit superschmalen Vision Bremshebeln sind regennasse Straßen mit mehreren Wendepunkten und Kreisverkehren nicht dazu geeignet, den Geschwindigkeitsweltrekord zu brechen. Insofern habe ich da sicherlich etwas Zeit liegen lassen.
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Erlebnisbericht Trainingslager Italien Teil 2

Der erste Teil war noch recht geschmeidig. Es war von Tobi geplant, die Belastung im Camp zum Ende hin zu steigern. Belastung zu Entlastung am Anfang 3:1 (Sonntag, Montag, Dienstag Belastung, Mittwoch Entlastung) und am Ende 2:1 (Donnerstag und Freitag Belastung, Samstag Entlastung). Daher ging es ab Donnerstag richtig in die Vollen.

Donnerstag

Killereinheit! Geplant waren ca. 120 Kilometer mit rund 2.500-3.000 Höhenmeter. Gekommen ist es aber ganz anders! Es gab wieder zwei Gruppen. Die starke Gruppe fuhr voraus, die langsame Gruppe fuhr die gleiche Strecke und sollte im Zweifelsfall die “schwächeren” Mitglieder der starken Gruppe am Passo Della Spina (rund 1.500 Höhenmeter) aufnehmen. Ich war in der schwächeren Gruppe und die Anfahrt war absolut unproblematisch. Wir machten nach zwei Bergen mit rund 1.200 Höhenmeter und rund 60 gefahrenen Kilometern in einer Pizzeria am Lago d’Idro eine kurze Pause und ich musste erstmal einen Teller Nudeln essen. Gerade als wir wieder losfahren wollten, kam ein Anruf der anderen Gruppe. Mehr …

Erlebnisbericht Trainingslager Italien Teil 1

Geschätzte Sportsfreunde, das war ein echt ultra harter Brocken. Als Feinschliff-Camp angekündigt, wurde auf jeden Fall der Teil “schleifen” voll erfüllt. Fein war das allerdings nicht immer. ;-)
Wenn ich vorher gewusst hätte, welche Berge mich da erwarten, hätte ich das Camp sicher nicht gebucht. Bisher bin ich den “Bergen” hier in der Oberpfalz, die jetzt für mich maximal noch Hügelchen sind, relativ gut aus dem Weg gegangen. Insofern war ich absolut nicht auf 4.440 Höhenmeter auf 423 Kilometer vorbereitet. Zudem hatte ich den Einsatzwagen E-112 dabei, der bekanntermaßen ein Zeitfahrrad ist. Vorne zwei Blätter, die recht gut zum schnell in der Ebene fahren geeignet sind, aber sicher nicht, um Steigungen mit bis zu 17% zu erklimmen bzw. zu erkriechen. Da das Camp so umfangreich war, muss ich den Bericht in zwei Teile aufteilen.

Location

Kleiner Campingplatz, der aber alle notwendigen Dinge (Supermarkt, Restaurant, Tennisplatz, Pool) bietet. Als Unterkunft konnte ein Zelt oder ein Mobilheim gebucht werden. Als alter Camper, der früher seine ganzen Urlaube mit den Eltern auf dem Campingplatz verbracht hat, war mir allerdings klar, dass Übernachtungen im Zelt Anfang Mai nach harten Trainingseinheiten sicher nicht der Regeneration zuträglich sein dürften. Deshalb habe ich zusammen mit einem Vereinskollegen ein Mobilheim - mit Heizung! - gebucht. Da wir dort nur zu zweit untergebracht waren, war auch noch Platz für das komplette Schwimm-, Rad- und Laufequipment - Triathlon ist extrem materialintensiv! Die Räder wurden im Bad und im Vorraum geparkt, der Tisch der Sitzecke wurde zusammengeklappt im Hochbett verstaut. Da wir nicht kochen mussten, war das restliche Platzangebot erträglich. Wir waren sowieso fast nur zum Schlafen und Duschen im Mobilheim. Bei der Ankunft mussten wir feststellen, dass der Pool noch nicht mit Wasser gefüllt war, was ein Schwimmen darin ziemlich unmöglich machte. Das Schwimmtraining fand daher zwei Mal im Schwimmbad in Fantecolo statt.
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T minus 2 Monate

Im Kontrollzentrum herrscht Zuversicht. Das Trainingslager hat die Oberschenkel hart und die Ausdauer deutlich besser gemacht. Irgendwo habe ich neulich gelesen, dass man das ganze Jahr rumtrödeln kann, aber in den letzten acht Wochen vor dem Hauptwettkampf sollte man Vollgas geben. Es ist nicht so, dass ich bisher nur rumgetrödelt hätte, aber trotzdem werden die nächsten acht Wochen wahrscheinlich ziemlich hart. Ich bin gerade dabei, den im Trainingslager gewonnen Raddruck noch bis Ende der Woche für den Duathlon in Krailling zu konservieren. Ich habe am Sonntag, Montag und heute das sehr gute Wetter genutzt und bin insgesamt rund 200 Kilometer von locker bis ziemlich schnell gefahren. Muss mal meinen Garmin überprüfen, da mir dieser seit Sonntag Tempowerte anzeigt, die ich fast nicht glauben kann. Nach den langen Bergauffahrten am Lenker (Oberlenker habe ich am E-112 keinen. Auf jeden Fall keinen, an dem ich mich bei den gefahrenen Bergen hätte festhalten können) habe ich die letzten drei Tage fast ausschließlich auf dem Aerolenker gelegen. Das tat richtig gut. Die Koppelläufe sind ja inzwischen Pflichtprogramm nach jeder Einheit. Morgen steht nochmal ein Lauf über 30 Kilometer an, danach wird es etwas ruhiger, um noch etwas Kraft für den Duathlon am Sonntag zu haben.
Ich hatte schon vor dem Trainingslager geplant, den Duathlon als Chris-McCormack-No-Regrets-Alles-oder-Nichts-Gedächtnislauf anzusehen. Jetzt wird das eine komplette No Regrets Woche. ;-) Passt aber, ich fühle mich gut. Ich bin der Meinung, dass mich das Tapern nicht unbedingt schneller macht und möchte es mal so herum probieren. Den ersten 10er werde ich natürlich nicht ganz mit Vollgas laufen, geplant ist ein kontrollierter Schnitt von 04:00 Minuten. Noch kenne ich die Strecke nicht, kann daher nicht sagen, ob das realistisch ist. Beim Radfahren geht es aufs Ganze. 250 Watt oder mehr sollten nachher als Durchschnittsleistung im SportTracks zu sehen sein. Den abschließenden 5er werde ich (falls dann noch möglich) mit Vollgas angehen, was dann ca. 03:40-03:45 für den ersten Kilometer bedeuten dürfte. Danach entscheide ich spontan (wenn ich dann noch klar denken kann), wie es weitergeht.

Zur Challenge: Das Feld der Profis ist inzwischen benannt. Neben den Herren Raelert und Kienle ist jetzt auch Frau Wellington amtlich am Start. Bei den Herren sind auch am Start: James Cunnama, Keegan Williams, Luke Dragstra, Clemens Coenen und die Altmeister Lothar Leder und Jürgen Zäck. Bei den Frauen (natürlich) Rebekah Keat und (natürlich) Belinda Granger. Die dürften aber nur um die Plätze kämpfen. Das wird ein Spaß!

Buchtipp: Born to run

Dieses Buch wurde mir von einem Bekannten ausgeliehen und empfohlen. Da ich zuerst keine Zeit für die Lektüre hatte (Training geht ja schliesslich vor!), lag es relativ lange ungelesen in der Ecke. Als ich dann mal damit angefangen habe, dachte ich zuerst, dass es ein Roman sei. Ich habe eher zufällig die genannten Namen im Netz recherchiert und festgestellt, dass das mehr oder weniger ein Tatsachenbericht ist. Ab da war das Lesen gleich eine Nummer kurzweiliger. Absolut durchgeknallte Geschichten über die Ultraläufer werden da erzählt. Totaler Wahnsinn! Da erscheint einem das Triathletenleben vom sportlichen Aspekt her gleich wieder langweilig und höchstens durchschnittlich. Die Geschichten über Caballo Blanco, Scott Jurek, Billy “Bonehead” Barnett, Jenn Shelton, Barefoot Ted und noch einige andere sind höchst amüsant und lassen einen manchmal durchaus am Verstand der Protagonisten zweifeln. Ziemlich beeindruckend fand ich die Message, dass Laufen nichts mit Arbeit zu tun haben sollte.
Und nach der Lektüre von Kapitel 26 finde ich das Essen von bei 30 Grad Celsius auf das Oberrohr geklebten PowerBar Riegeln (was ich persönlich nicht mache, nehme nur High 5 Riegel und klebe diese sicher nicht auf das Oberrohr!) und das Trinken von ca. 28 Grad warmer Aldi Cola ohne Kohlensäure, die schon mindestens eine Stunde im Plastikbecher in der prallen Sonne steht und einem häufig bei den Verpflegungsstationen gereicht wird, überhaupt nicht mehr schlimm. Macht euch da auf was gefasst. ;-)

Weiterhin habe ich gelernt, dass ein massiv gedämpfter Schuh eher schlecht für all die Körperteile ist, die eigentlich durch die Dämpfung geschützt werden sollten. Davon bin ich sowieso schon länger überzeugt und laufe fast nur noch in leicht bis wenig gedämpften Schuhen. Von Adidas gab es mal diesen chipgesteuerten Schuh, der die richtige Dämpfung zur Laufzeit (schöner Wortwitz für alle, die aus der Softwareentwicklung kommen) errechnen sollte. Hat sich aber (vielleicht auch wegen den 250 Euro Anschaffungskosten) nie durchgesetzt. Ich habe tatsächlich noch nie jemanden mit diesem Schuh gesehen. Mit dem Dämpfungsungeheuer Kinsei von ASICS bin ich damals meinen ersten Halbmarathon gelaufen. Danach habe ich ihn aber kaum noch benutzt, weil er mir viel zu schwer war. Vielleicht wage ich dieses Jahr sogar mal einige Läufchen in den BIKILA Laufschuhen von VIBRAM? Dazu muss ich aber erstmal hier in der Nähe einen Laden finden, wo man die Schuhe probieren kann.

Born to run
Christopher McDougall
ISBN: 978-3896673664

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