Archiv für April, 2011

Sommer an Ostern

Nach dem langen und harten Winter meinte es das Wetter über Ostern sehr gut mit mir. Ich konnte am Freitag mit dem Einsatzwagen E-112 bei geschmeidigen 26 Grad Celsius in kurz/kurz durch die frühlingshaft blühenden Wiesen der Oberpfalz rollen. Sonntag war es auf dem Rad nicht ganz so warm, was aber daran lag, dass ich schon am Vormittag unterwegs war. Es versteht sich von selbst, dass nach den Radeinheiten (Freitag 93 Kilometer) und am Sonntag (80 Kilometer) noch ein Koppellauf für den krönenden Abschluss sorgen durfte. Am Freitag konnte ich die fünf Kilometer mit einem Schnitt von 03:58 Minuten pro Kilometer bewältigen, am Sonntag brachte ich die vier Kilometer mit einem Schnitt von 03:54 hinter mich. Das Koppeln klappt also schon mal ganz gut. Der erste Kilometer ist allerdings noch etwas unrund. Selbst in den Newtons, in denen ich momentan alles unter zehn Kilometern laufe.
Am Samstag konnte ich bei meinem Lauf über 32 Kilometer mit Endbeschleunigung ab Kilometer 25 auf 04:20 (jeden Kilometer zehn Sekunden schneller) ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, wenn man in der brennenden Sonne (gut, ist jetzt etwas übertrieben) laufen muss. Die Endbeschleunigung hat bis auf den Kilometer 31 auch geklappt. Da hatte ich einen leichten Hänger und war zehn Sekunden über dem Schnitt, wobei ich bei Kilometer 30 zehn Sekunden unter dem Schnitt war. Insofern gleicht sich das wieder aus. Lustig war die Episode, bei der eine etwas ältere Dame auf ihrem Fahrrad mit aller Gewalt zu mir aufschließen wollte, nur um mir folgendes mitzuteilen: “Sie laufen ja schneller, als ich mit dem Rad fahre!” Als ich ihr dann antwortete, dass ich schon 30 Kilometer hinter mir hatte, war sie sprachlos und hat sich wieder etwas zurückfallen lassen. Ist mir übrigens schon öfters passiert, dass mir die Radfahrer diese Tatsache mitteilen wollen.
Letzte Woche noch Under Armour Coldgear, diese Woche musste ich dann schon das Under Armour Heatgear Shirt aus dem Schrank holen. In erster Linie habe ich es allerdings als Sonnenschutz benutzt, da ich die Version mit den langen Ärmeln habe. Ich hatte nämlich noch keine Sonnencreme zur Hand. Kaufe ich erst am Freitag. Für Italien. Nächste Woche.
Zu guter letzt (bzw. am Anfang des Oster-Trainings-Block) bin ich am Donnerstag morgens 10,5 Kilometer mit einem 04:30er Schnitt gelaufen (der fühlte sich schon fast so gut an, wie letztes Jahr im Sommer!). Abends dann das Tempo-Training mit 2 Kilometer ein, 10 Minuten Lauf-ABC, 4×200 Meter steigernd, 4×2 Kilometer mit 03:40-03:45 Minuten pro Kilometer, 4×200 Meter steigernd, 2 Kilometer aus. So kamen rund zwölf Stunden Training in vier Tagen zusammen. Die zwei geplanten Schwimmeinheiten habe ich “verschoben”, hatte dafür beim besten Willen keine Zeit mehr. Das Schwimmen spielt für mich dieses Jahr eine etwas untergeordnete Rolle, Fokus liegt klar auf dem Radfahren und Laufen. Und das klappt ganz gut.

T minus 3 Monate minus 3 Tage

Aktuelle Meldung aus dem Kontrollzentrum: Ab sofort darf gekoppelt werden! Der Trainingsplan VP3a “überrascht” (nicht wirklich) mit der Vorgabe einer gekoppelten Laufeinheit nach jeder Radeinheit. Im Sommer macht das richtig Spaß, bei sechs Grad Celsius hält sich dieser jedoch sehr stark in Grenzen.  Die kurzen Laufeinheiten laufe ich seit letzter Woche alle mit dem Newton Distance Racer. Fühlt sich gut an, wobei ich nicht so einen großen Unterschied zu den anderen Schuhen feststellen kann. Sonst läuft alles nach Plan. Vielleicht komme ich diese Saison ohne eine einzige Erkältung durch den Winter? Das wäre mal was!
Zu was anderem: Wenn nur die Hälfte der Leute nach Roth zum Wettkampf kommt, die sich bisher als Zuschauer angekündigt haben, dürfte es fast für eine durchgehende Menschenkette “meiner Fans” auf der Marathonstrecke reichen. ;-) Einer hat sich sogar schon bereit erklärt, Tweets mit den Zwischenzeiten etc. abzusetzen. Man könnte also auch zu Hause bleiben und den Athlete Tracker und die Tweets konsumieren. ABER: Gestern kam die Meldung, dass Andreas Raelert dieses Jahr in Roth starten wird. Da heißt es für mich Gas geben, um nicht beim Radfahren überrundet zu werden - wobei ich dann wenigstens mal kurz im Bild wäre. Und für alle anderen heißt es Augen auf und nach ca. 07:45:00 Stunden Renndauer mal einen Abstecher ins Stadion machen! Bei normalen Bedingungen dürfte der uralte Streckenrekord bei den Herren fallen. Und wenn Frau Wellington dieses Jahr auch wieder in Roth startet - das restliche Feld der Profis wird erst demnächst verkündet -, dürfte auch bei den Damen ein neuer Streckenrekord drin sein. Vielleicht schafft es Chrissie Wellington dieses Jahr in die Top Fünf Gesamt? Wenn sie wieder so einen Marathon wie in Südafrika raushämmert (02:52:54), könnte das gut klappen. Vielleicht trauen sich auch keine Pro Männer mehr nach Roth, wenn Chrissie startet? Man hat da letztes Jahr ja so Gerüchte gehört, dass bestimmte Männer lieber ausgestiegen sind, als sich von Chrissie Wellington auf einer Langdistanz überholen zu lassen. Da ich nach ihr starte, kann sie mich immerhin schon mal nicht überholen, wird aber deutlich weniger Zeit für den Wettkampf benötigen.

Ich fasse also nochmal die Vorteile des Besuchs bei der 2011er Challenge in Roth zusammen:

  • ein generell unglaubliches Erlebnis bei der Jubiläums Challenge,
  • eine der besten Atmosphären bei einem Wettkampf,
  • eventuell Langdistanz-Weltrekord bei den Herren,
  • eventuell Langdistanz-Weltrekord bei den Damen,
  • eventuell eine Frau unter den Top 5 Gesamt,
  • meine ewige Dankbarkeit für aufmunternde Worte beim Marathon,
  • mein Rücktritt von der Langdistanz!

Ganz wichtig: Jeder, der mich beim Laufen sieht, darf mich anbrüllen und irgendwie nach vorne peitschen. Vielleicht hilft es was? Ich habe nämlich schwer den Verdacht, dass die zweite Hälfte des Marathons nicht so lustig wird. Demächst werde ich mal feste Streckenverpflegung bei einem 30 Kilometerlauf testen. Nur mit flüssigem High5 und Riegeln komme ich nicht über die Strecke.

Amberger Halbmarathon am 10.04.2011

Einer der Fixpunkte im jährlichen Wettkampfplan ist der Amberger Halbmarathon Anfang April. Die vierte Teilnahme war die mit den bisher schönsten Umgebungsparametern. Frühlingshafte 15 Grad Celsius bei strahlendem Sonnenschein lassen einen das Laufen schon fast genießen. ;-) Wenn ich die Temperaturen der drei Jahre davor zusammenzähle, komme ich wahrscheinlich nicht auf die 15 Grad. Es war immer kalt und es hatte immer richtiges April-Wetter: Sonne, Regen, Schnee, Graupel. Und das alles hintereinander oder gleichzeitig in knapp 01:30:00.
Der Wettkampf ist einwandfrei organsiert, die Startnummernausgabe etc. läuft absolut reibungslos ab, die Verpflegungsstellen sind auch sehr gut besetzt, so dass es bei den Getränken keine Engpässe gibt.
Bei diesem Wettkampf starten immer sehr viele sehr gute Läufer, so dass es hier gleich am Start mit Blaulicht und Sirenen losgeht. So auch dieses Jahr wieder. Geschmeidige 03:32 Minuten für den ersten Kilometer waren deutlich fordernder als die gemütlichen 03:53 Minuten vor zwei Wochen in Steinberg. Danach bis Kilometer zwölf immer zwischen 03:55 und 04:00. Dann war der große Schwung weg und die Kraft alle. Ich hatte gehofft, dass ich diesen Schnitt auf der flachen Strecke länger halten kann, hat aber nicht geklappt. Schlussendlich kam ich mit 01:25:51 ins Ziel und war damit rund 20 Sekunden langsamer als letztes Jahr. Passt!
Das war es vorerst mit den Wettkämpfen. Anfang Mai geht es nach Italien ins Trainingslager, Mitte Mai dann zur Bayerischen Duathlon Meisterschaft nach Krailling. Die restliche Zeit ist Trainingszeit.

Ergebnis: 01:25:51 (für 21,1 Kilometer)
Platzierung: Platz 50 von 358 (AK: 9 von 43)

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