Archiv für Februar, 2011

Glatt und deutlich zu lang: Oberpfälzer Winterlauf Challenge Teil II

Tja, meine Bitten wurden nicht erhört. Nach dem ersten Lauf der Oberpfälzer Winterlauf Challenge hatte ich mir für den zweiten Lauf fünf Grad Celsius ohne Schnee und Eis gewünscht. Es sah unter der Woche auch alles sehr gut aus. Freitag und Samstag: Strahlender Sonnenschein, knappe Plusgrade. Und am Sonntag? Ganz wenig Schnee und minus 2 Grad Celsius. Der Schnee war nur dazu da, um die Leute zu ärgern. Mehr nicht!
Der Start war wie gehabt auf der Aussenbahn und man musste zuerst rund einen Kilometer über die Kartbahn laufen. Und da kommt jetzt der Schnee ins Spiel: Einige Läufe sind sauber auf den schneebedeckten Curbs ausgerutscht. Wer schon mal bei Gran Turismo oder Need for Speed Shift versucht hat, über nasse Curbs zu fahren, hat die Erfahrung schon gemacht: Null Grip und keine Kontrolle mehr. Nachdem die ersten Läufer gestürzt waren, habe ich mich immer schön in der Mitte der Bahn aufgehalten, was aber mit den LunaRacern auch nicht unbedingt die Garantie für rutschfreies Vorwärtskommen war. Nach der Kartbahn ging es erstmal eine Weile über schneebedeckten Asphalt geradeaus, bis zu einem Wendepunkt mit Radfahrer. Das kam mir schon komisch vor, da das letztes Jahr nicht so war. Danach wieder zurück Richtung Kartbahn und vor der Kartbahn links ab auf die bekannte Strecke. Das waren zuerst ca. 3 Kilometer über teilweise verschneiten Asphalt, die sich aber recht gut laufen liessen. Danach ging es um den Murner See, was auf den verschneiten Schotterwegen mit ihren unzähligen Schlaglöchern ziemlich anstrengend und auch etwas gefährlich war: Da kann man ganz schnell umknicken.
Als mein Garmin bei Kilometer 12 piepste und vibrierte, war ich mir sicher, dass die Strecke niemals 15 Kilometer lang sein kann, da wir noch viel zu weit weg waren. Bei Kilometer 13 war ich kurz davor, total entnervt aus dem Rennen auszusteigen, weil es sich abzeichnete, dass es definitiv deutlich mehr als 15 Kilometer werden. Ich bin dann ein “Wohlfühltempo” gelaufen, weil mehr sowieso nicht mehr drin war. Die Tempohärte kam nämlich leider nicht auf einen kurzen Besuch vorbei. ;-)
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Dringend gesucht: Meine Tempohärte

Ich suche sie schon seit Weihnachten, kann sie aber leider nirgendwo finden. Vielleicht habe ich sie versehentlich irgendwo liegen lassen oder ausgeliehen?
Es ist manchmal ganz schön erschreckend, wenn man feststellt, dass das ganze Training tatsächlich nur in einem zeitlich begrenztem Rahmen wirkt. Letztes Jahr im Sommer fand ich Läufe mit einem Schnitt von 04:30 Minuten pro Kilometer sehr angenehm und ein Tempodauerlauf hatte einen Schnitt in Richtung 04:00 oder drunter. Dieses Jahr musste ich den Tempodauerlauf mit 04:15 schon zwei Mal abbrechen bzw. das Tempo ganz deutlich nach unten reduzieren. Null Power! Was mich allerdings positiv stimmt ist die Tatsache, dass ich die Intervalle auf der Bahn noch nach Vorgabe schaffe. Angefangen mit 60 Metern im November, ging es dann auf 100 Meter im Dezember, 200 Meter im Januar, 400 im Februar. Im Moment bin ich bei 600 Metern mit der Zeitvorgabe 02:04-02:08 Minuten. Das ganze zwischen 6 Mal (Woche 1) und 10 Mal (Woche 3). In Woche 4 stehen 10×100 Meter auf dem Plan.
Aber: Man muss ja nicht im Winter schnell sein, sondern erst zum Hauptwettkampf im Sommer. Wie letztes Jahr angekündigt, soll der Schwerpunkt zuerst auf den langen und langsamen Läufen liegen. In der aktuellen Saison habe ich im Januar einen 24er und einen 26er hinter mich gebracht. Im Februar waren es bereits zwei 30er. Die liefen alle einwandfrei, dass man bei Minusgraden nach 02:30:00 Stunden nicht mehr ganz so locker durch die Gegend rennt, sollte klar sein. In der letzten Saison habe ich im Vergleich dazu im Januar zwei 22er und einen 24er gehabt. Im letzten Februar habe ich keinen längeren Lauf im Trainingslog stehen.
Ein weiterer (und nicht unwesentlicher) Unterschied dürfte die Tatsache sein, dass ich im letzten Jahr die Läufe deutlichst schneller angegangen bin. Den 24er habe ich 2010 mit einem Tempo von 05:16 Minuten pro Kilometer bewältigt. Dieses Jahr bin ich auf den langen Strecken immer mit einem Schnitt in Richtung 05:40 (laut Garmin 05:33) Minuten pro Kilometer unterwegs. Insofern dürfte es wohl total normal sein, dass ich keine Tempohärte habe und eher schildkrötenmässig daherkomme.
Bei der letzten Leistungsdiagnostik wurde ich nochmals darauf hingewiesen, dass man für einen Marathon mindestens sechs lange Läufe von 30 oder mehr Kilometern haben sollte. Zudem wurde mir für die GA1 ein Tempo von 05:45 bis 06:00 Minuten pro Kilometer empfohlen. In der einschlägigen Literatur ist immer wieder zu lesen, dass man darauf achten sollte, die Einheiten immer in den vorgegebenen Bereichen zu absolvieren. GA1 ist GA1 und WSA ist WSA. Die langen Läufe mit 05:40er Schnitt sind dieses Jahr auf jeden Fall in der GA1, was letztes Jahr bei 05:16 sicher nicht der Fall war. Dieses Jahr kommt auch noch dazu, dass ich - obwohl ich die meisten Einheiten draußen absolviere - bisher noch nicht mit einer Erkältung pausieren musste. Das war die Jahre davor nicht immer so. Auch das dürfte sich im Laufe des Jahres noch auswirken. Ich denke, dass ich mit dem momentanen Tempo besser fahre. Von der Belastung her stecke ich die Einheiten auch gut weg. Mehr …

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