Mitteldistanz Erlangen: Gutes Wetter, guter Wettkampf
- Mittwoch, 11.08.2010
- Eingetragen in Wettkampf
- von Ralf
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Im Vorfeld der Mitteldistanz in Erlangen habe ich mir noch einen SkinCooler Beanie und die Cool Wings von De Soto gekauft, um bei der befürchteten Hitzeschlacht dem Leistungsverlust entgegenwirken zu können. Zum Glück war es dann aber mit 23 Grad Celsius optimal temperiert. Einzig der Regen auf der zweiten Radrunde war etwas suboptimal. Aber lieber das, als wieder ein Wettkampf bei Affenhitze.
Die Anreise war etwas spät und durch die weiten Wege kam ich zeitlich ziemlich unter Druck, was vor dem Start zu einer mittleren Hektik führte. Schlussendlich stand ich aber noch rechtzeitig zum Schwimmstart am Kanal.
Schwimmen:
Drei Tage vor dem Wettkampf bin ich testweise zwei Kilometer im Neoprenanzug im Schwimmbad geschwommen, um zu schauen, was bei optimalem Verlauf möglich wäre. Dort konnte ich mit einer 31er Zugzahl auf der 50 Meterbahn eine Zeit von 32:50 erzielen. Die Schwimmstrecke in Erlangen war nicht ganz gerade, aber dennoch deutlich einfacher als die in Kulmbach. Man musste 1000 Meter den Kanal entlang schwimmen, um die Boje rum und die Strecke wieder zurück. Der Schwimmstart war wie immer ein wenig mit Tritten und Schlägen verbunden, nach rund 200 Metern waren die Positionen aber geklärt und ich konnte relativ unbeheligt mein Tempo schwimmen. Bei der Wende habe ich kurz auf den Garmin geschaut: 16:44 Minuten. Beim Ausstieg waren es dann 33:24 Minuten. Saugut: Einen negativen Schwimmsplit hingelegt.
Wechsel 1:
Die Wege sind in Erlangen wirklich furchtbar lang. Nach dem Schwimmausstieg musste man ca. 200 Meter bis zum Wechselbeutel laufen, dann ins Wechselzelt. Dort hatte man immer einen netten Helfer neben sich, der einem beim Entleeren und Befüllen der Beutel helfend zur Hand ging. Nach dem Ausziehen des Neos musste ich fast bis zum Ende/Anfang der Wechselzone laufen, um zu meinem Fahrrad zu kommen. Das war echt hammerhart: Nochmal rund 300 Meter barfuss über den Asphalt, dann das Rad greifen und die restlichen Meter mit dem Rad bis zum Ausgang der Wechselzone rennen.
Radfahren:
Ich habe dieses Jahr endgültig gelernt, dass man nur das kann, was man trainiert hat und man deswegen bei einer Mitteldistanz (oder einem Marathon) nicht langfristig deutlich über seine Verhältnisse laufen/fahren kann. Daher wollte ich das Radfahren bei diesem Wettkampf absolut diszipliniert angehen, da ich mich bei den bisherigen Langdistanzen wohl immer beim Radfahren abgeschossen habe, so dass hintendrauf beim Laufen nichts mehr ging. Durch die PowerTap-Nabe konnte ich immer nach Wattwerten fahren und habe versucht, immer relativ konstant so um die 230 Watt zu treten. Das ist mir auch sehr gut gelungen: Am Ende hatte ich einen Durchschnitt von 224 Watt im Logfile stehen. Die Radstrecke in Erlangen ist zwar etwas verwinkelt und das letzte Stück vor der Wechselzone geht über einen relativ schmalen (geteerten) Feldweg, ansonsten ist sie aber wirklich sehr angenehm. Es gibt keine Berge, nur einige Hügel, die man aber problemlos bewältigen kann.
Auf der zweiten Runde hat es ca. 20 Kilometer teilweise sehr stark geregnet, was bei mir zu einer etwas sicherheitslastigen Fahrweise führte. Dadurch war die zweite Radrunde auch etwas langsamer als die erste. Aber: Die Beine waren absolut locker, ich fühlte mich die ganze Zeit über gut und hatte keinen Einbruch gegen Ende wie in Kulmbach.
Wechsel 2:
Beim zweiten Wechsel wurde das Fahrrad an Helfer übergeben. Die Schuhe liess ich am Rad, so dass ich wieder barfuss die langen Wege gehen musste - was immer noch besser ging, als die Strecke in den Radschuhen mit Shimano SPD-SL Pedalplatten zurückzulegen. Die linke Fußsohle hat mir dann etwas gebrannt und ich bin vom Wechselbeutel bis zum Wechselzelt nicht mehr gerannt. Im Wechselzelt angekommen hatte ich eine sehr nette Helferin, mit der ich noch einen kurzen Plausch führen konnte. Nach den schweren nassen Socken in Kulmbach hatte ich mir für den Laufsplit extra die Elite Vent Laufsocke von Nike gekauft. Nicht weil sie so leicht sind, sondern weil ich der Meinung bin, dass sich so leichte Socken nicht stark mit Wasser vollsaugen können. Und so war es dann auch.
Laufen:
Nach dem Wechsel fühlten sich die Beine sooooo gut an, dass ich den ersten Kilometer gleich mal mit 03:55 Minuten angegangen bin. Leider habe ich vergessen, am Garmin die Lap-Taste zu drücken und damit auf die nächste Sportart umzustellen. Erst nach ca. 500 Metern habe ich das bemerkt. Diese “fehlenden” 500 Meter haben mich im späteren Rennverlauf ständig irritiert, weil die Kilometermarken des Veranstalters überhaupt nicht mit meinen GPS-Daten übereinstimmten. Mein geplanter Schnitt war 04:30 Minuten pro Kilometer und so habe ich dann relativ schnell versucht, auf diesen Schnitt zu kommen. Bis Kilometer 13 war ich immer einige Sekunden drunter. Bei Kilometer 14 fing dann eine kurze Leidenszeit an, die bei Kilometer 17 mit einem 05:30er Schnitt endete. Ich fühlte mich hier allerdings noch deutlich besser als in Kulmbach bei Kilometer fünf.
Die Abschnitte im Wald waren bei der zweiten Laufrunde manchmal schon etwas schwierig, weil da so gut wie keine Zuschauer standen. Als ich am Anfang der Brücke war, was so ca. Kilometer 18 entsprechen dürfte, war mir klar, dass ich nicht mehr einbreche und das Ding sicher nach Hause laufen kann. Auf den letzten Metern konnte ich noch einige “langsame” Teilnehmer aus der zweiten Startgruppe, die auf ihrer ersten Laufrunde waren, überholen. Das Laufen machte an dem Tag wirklich richtig Spaß!
Fazit:
Der Wettkampf in Erlangen ist organisatorisch absolut top. Die Radstrecke ist flach und schnell, die Laufstrecke führt vier Mal (zwei Mal hin, zwei Mal zurück) über eine ziemlich heftige Kanalbrücke und hat im Wald einige leichtere Rampen, die in der zweiten Laufrunde ganz schön schmerzen können. Dafür sind die Temperaturen im Wald bei Hitze sicherlich angenehm. Mal schauen, ob der Wettkampf nächstes Jahr in den Terminkalender passt, ich würde gerne wieder starten.
Die angenehmen Temperaturen und das “verhaltene” Radfahren führten dazu, dass ich beim Laufen endlich mein Potential abrufen konnte. Ich konnte die Strecke mit einem Schnitt von 04:34 laufen. Nach dem Radfahren lag ich noch auf Position 152 und konnte mit der 68. Laufzeit noch auf Platz 98 vorlaufen.
Ergebnis: 04:22:32 (00:33:24 Schwimmen = 2000 Meter | 02:21:37 Rad = 77 Kilometer (inklusive T1 und T2) | 01:27:22 Lauf = 19,6 Kilometer)
Platzierung: Platz 98 von 431 (AK: 21 von 63)
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