Hot as hell: Pressather Volkstriathlon am 10.07.2010
- Montag, 12.07.2010
- Eingetragen in Wettkampf
- von Ralf
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Der geneigte Leser wird es schon wissen: Ich bin etwas temperaturanfällig. Dieses Jahr läuft es in dieser Beziehung irgendwie nicht. In Amberg hat es 12 Grad Celsius und Regen, in Kulmbach 30 Grad Celsius, in Großweier über 30 Grad Celsius und in Pressath hatte es am Wochenende irgendwas um die 35 Grad Celsius. Bei den Volksdistanzen kann ich das noch einigermaßen aushalten. Ich hoffe, dass es in Erlangen am 08.08. nicht so brutal warm sein wird. Ich würde gerne mal eine Mitteldistanz bei Temperaturen um die 24 Grad Celsius machen. Das wär mal was!
Der Wettkampf war wieder einwandfrei organisiert, wobei wohl einige Läufer kurz nach dem Wechsel falsch abgebogen sind und irgendwo im Nirvana rumgerannt sind. Zielverpflegung mit Kuchen, Melone, Banane, Wasser und Apfelsaftschorle war prima. Bei dem Wetter hatte ich irgendwie keinen Hunger nach dem Wettkampf. Obwohl der Kuchen echt lecker aussah!
Schwimmen:
Bei knapp 25 Grad Celsius Wassertemperatur darf man nur bei Ironman-Rennen noch mit dem Neo schwimmen. Insofern gab es ein Neoprenverbot. Ich hatte wieder meinen Sailfish Furious dabei, der kurz vor dem Schwimmstart zu einer Diskussion mit einem der Wettkampfrichter führte. So ganz habe ich nicht verstanden, um was es ging, er liess mich aber schließlich ins Wasser. Das Schwimmen war dieses Mal einwandfrei. Keine Luftnot und auch keine Oma-Brustschwimmeinlage. Ich kam mit zwei Vereinskollegen aus dem Wasser, die mir normalerweise sogar mit einer Hand auf dem Rücken davon schwimmen. Mit 09:53 für rund 600 Meter im Freiwasser ohne Neopren, war ich gar nicht so schlecht. Letztes Jahr mit Neo waren es 09:30 Minuten für die gleiche Strecke.
Wechsel 1:
In Pressath ist der Weg in die Wechselzone nicht so lange, reicht gerade, um den Reissverschluss vom Speedsuit aufzumachen. Ich habe mir dieses Jahr angewöhnt, das Startnummernband geschlossen abzulegen und einfach reinzusteigen. Ist unproblematischer, als es offen umzubinden und dann erst zu schließen. Das ging bei mir schon zwei Mal in die Hose.
Radfahren:
Ich stieg zeitgleich mit den anderen beiden La.Fa.Ce-Kollegen aufs Rad. Das hatte sich aber schon nach dem ersten Kilometer geklärt: Felix zog davon, Christian fiel zurück. Ich habe die ganze Zeit versucht, an Felix dranzubleiben, aber er hat ordentlich Druck gemacht, so dass ich selbst mit Vollgas nicht rankam. So ab Kilometer 12 hatte ich einen Sportsfreund im Nacken, der ganz gemütlich in meinem Windschatten mitgefahren ist. Und sicher nicht mit zehn Metern Abstand. Bei Kilometer 20 ist dann ein Staffelradfahrer an uns vorbei gerast und er hat sich dann in dessen Windschatten gehängt. Ist auch eine Maßnahme, um schneller zu sein. Weitere Kommentare spare ich mir hierzu. Die Strecke in Pressath geht ständig hoch und runter. Das war etwas anstrengender als der flache Rollerkurs in Großweier neulich. Die letzten fünf Kilometer geht es aber fast nur noch bergab und man kann einen kurzen Moment etwas Druck rausnehmen.
Durchschnittliche Leistung: 261,5 Watt.
Wechsel 2:
Der zweite Wechsel lief einwandfrei. Die fast kochende Wasserflasche wie in Großweier habe ich mir dieses Mal erspart. Am Ausgang der Wechselzone gab es auch Getränke. Ich erwischte allerdings eine Apfelsaftschorle. Wer kommt denn auf so eine Idee? Das kann kein Mensch trinken und ich habe es mir auch nicht über den Kopf geschüttet. Das klebt sicher wie Hund.
Laufen:
Den ersten Kilometer bin ich voll angegangen, weil ich den Windschattenfahrer unbedingt einholen wollte. Nach rund 750 Metern hatte ich ihn auch schon. Ätsch! Nach 900 Metern kommt der erste Anstieg, der schon etwas gemein und ziemlich steil ist. Bis dahin stand ein Schnitt von 03:40 Minuten pro Kilometer auf dem Garmin. Diesen Schnitt kann man aber unmöglich an diesem Anstieg halten, weil man zwischendrin fast gehen muss. Am Ende hatte ich für den ersten Kilometer 04:04 Minuten auf dem Garmin stehen. War letztes Jahr auch so, dachte ich mir und habe oben versucht, wieder mehr Tempo zu machen. Da läuft man aber voll in der Sonne und es nimmt einem fast die Luft, wenn man aus dem kleinen Wäldchen, in dem der Anstieg liegt, rauskommt. Insofern kam dann eine 04:14 für den zweiten Kilometer dazu. Ich habe alles versucht, aber bei den Temperaturen ging es nicht schneller. Dann kam wieder ein schnelleres Stück bergab mit 03:51 Minuten für den Kilometer. Und schon wieder einen Berg hoch, ziemlich fertig und kurz vor dem Überkochen erreichte ich nach 04:25 Minuten die vierte Kilometermarke und die Verpflegungsstation. Die war mehr als notwendig! Ich konnte nochmal auf 04:04 Minuten pro Kilometer erhöhen und konnte die letzten 800 Meter mit 03:56 sogar wieder unter die vier Minuten Marke laufen.
Kilometerschnitt gesamt: 04:06.
Fazit:
Das war hammerhart und temperaturmässig absolut grenzwertig. Wenn ich mir überlege, dass die armen Kerle vor einer Woche in Frankfurt beim Ironman ähnliches Wetter hatten, muss ich ganz klar den Hut vor allen ziehen, die in Frankfurt die Finishline gesehen haben.
Wenn ich nach dem zweiten Wechsel gewusst hätte, wie knapp es vor mir zugeht, hätte ich vielleicht nochmal was draufgelegt: Die Plätze vier bis 12 lagen am Ende gerade 01:03 Minuten auseinander.
Ich habe es übrigens geschafft, exakt die gleiche Zeit (01:18:32) wie 2009 zu erzielen. War so nicht geplant!
Beim Schwimmen war ich ohne Neo etwas langsamer, beim Radfahren habe ich fast eine Minute rausgeholt, die ich beim Laufen aber leider wieder verloren habe.
Nächstes Jahr werde ich in Pressath pausieren, da der Wettkampf dann einen Tag vor meinem Start in Roth stattfindet.
Ergebnis: 01:18:32 (00:09:53 Schwimmen = rund 600 Meter | 00:43:02 Rad = 24,37 Kilometer | 00:23:59 Lauf = 5,85 Kilometer | Rest= Wechselzeit)
Platzierung: Platz 9 von 70 (AK: 2 von 10)
Zum Vergleich: 2009 Gesamtzeit von 01:18:32, 2008 Gesamtzeit von 01:23:24, 2007 Gesamtzeit von 01:29:23, 2006 Gesamtzeit von 01:40:03.
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