Sport im Glutofen II: Mönchshof Triathlon Kulmbach am 06.06.2010
- Montag, 7.06.2010
- Eingetragen in Wettkampf
- von Ralf
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Ich bin mir noch nicht sicher, ob da wirklich ein Zusammenhang besteht, aber irgendwie ist es immer brüllend heiß, wenn ich eine Mitteldistanz mache. Letztes Jahr in Wiesbaden deutlich über 30 Grad, gestern um die 30 Grad. Das ist super Wetter für eine lockere Radausfahrt, aber sicher kein Wetter für einen Mitteldistanz-Triathlon. Vor allen Dingen, nachdem es die Wochen zuvor eher herbstlich denn sommerlich war, haben mir die Temperaturen wieder mal ganz schön zugesetzt.
Schwimmen:
Der Trebgaster Badesee war mit knapp 18 Grad nicht wirklich warm. Im Neo war es einigermaßen auszuhalten, aber direkt bei der ersten Boje war das Wasser deutlich spürbar sicher ein bis zwei Grad kälter als am Rest des Sees.
Den Schwimmstart der Herren könnte man durchaus als etwas verunglückt bezeichen. Da die Damen 30 Minuten vor den Herren gestartert waren und die Schwimmstrecke über drei Runden ging, sollte eigentlich im Wasser eine Gasse für die Frauen, die nach dem Landgang wieder ins Wasser mussten, freigehalten werden. Das klappt natürlich nicht, wenn rund 250 Triathleten im Wasser auf den Start warten.
Eigentlich sollten die letzten zehn Sekunden im Countdown runtergezählt werden. Ich war gerade noch dabei, mich aus der gedachten “Gasse” zu bringen, als plötzlich unvermittelt der Startschuss fiel. Bei so einem Wasserstart mit so vielen Leuten in dem relativ engen Korridor im Trebgaster Badesee empfiehlt es sich nicht, lange zu überlegen, wenn ein Schuss ertönt. Sonst wird man ganz schnell von den Sportsfreunden überschwommen und kommt nicht mehr weg. Also nach dem ersten Zug noch schnell den Startknopf am Garmin gedrückt und ab ging es.
In der ersten Runde ging es erwartungsgemäss sehr eng zu. Schläge hier, Tritte dort. Das ist bei so einem Wasserstart normal. Man gewöhnt sich mit der Zeit dran. Ich habe vorsichtshalber aber die Brille unter die Badekappe gezogen, damit sie mir nicht eventuell vom Kopf geschlagen wird. Die ersten 100-200 Meter schwamm ich etwas über dem geplanten Tempo, das mir durch die Schläge des Wetronomes vorgegeben wurde. Nach der ersten Boje hielt ich das Tempo bzw. die Zugzahl einigermaßen konstant nach der Vorgabe. So hatte ich beim ersten Landgang 12:08 Minuten auf der Uhr. Ich lag also gut in der Zeit. Leider ist so ein Landgang ein ziemlicher Rhythmusbrecher und ich brauchte auf der zweiten Runde etwas Zeit, wieder in eine stabile Zugzahl zu kommen. Beim zweiten Landgang hatte ich 24:58 auf der Uhr. Zwar schon leicht etwas drüber, da ich mir im Vorfeld in etwa eine 36er Zeit ausgerechnet hatte. Die dritte Runde war dann allerdings deutlich schwerer als erwartet und ich bin am Ende mit einer Zeit von 38:58 Minuten aus dem Wasser. Die Schwimmstrecke war aber wohl mindestens 100 Meter zu lang, was dann ca. zu einer 37:30 führen würde. Freiwasser ist immer was anderes als im Schwimmbad zu schwimmen, da man nicht immer die beste Linie schwimmt.
Rad:
Die Radstrecke in Kulmbach ist leider keine Rollerstrecke. Wie in Wiesbaden auch, geht es ordentlich den Berg hoch. Auch hier waren wieder Runden angesagt. Man musste die eine Strecke 2,5 Mal durchfahren und durfte dann in Richtung Kulmbach abbiegen. Auf der einen Seite ist das eine feine Sache, da man die Strecke dann ab der zweiten Durchfahrt schon kennt und weiss, wo man wie fahren kann. Das ist aber gleichzeitig ein großer Nachteil, da man genau weiß, welche üblen Passagen einen noch erwarten.
Und in Kulmbach gibt es einige davon. Es gibt eine lange Rampe, über die man drei Mal muss, danach folgen noch einige leichtere und schwierigere Anstiege, aber auch schöne Bergabpassagen. Die Verpflegungsstation, an der man alle 25 Kilometer vorbeikam, war erstklassig organsiert. Die beiden Stände waren ca. 150 Meter auseinander, so dass man im Zweifelsfall zwei Mal zugreifen konnte, was bei den Temperaturen durchaus notwendig war.
Das Radfahren an sich ging auf dem neuen Sportgerät (Argon 18 E-112) deutlich besser von den Beinen als mit dem alten Felt B2 Pro. Ich konnte fast die ganze Strecke in der Aeroposition fahren. Die ersten 60 Kilometer fand ich sehr gut. Erst die letzten 10 Kilometer waren etwas unangenehm. Als bei Kilometer 85 auf dem Garmin noch immer keine Wechselzone in Sicht war, wurde ich etwas unentspannt, weil mir inzwischen der Hintern ordentlich brannte und die Kraft in den Beinen verschwunden war. Nach 87,14 Kilometern war die Radstrecke endlich beendet.
Ich erlebe ich ja immer wieder schöne Episoden mit meinem AeroDrink. Nach mehreren verlorenen Schwämmen und dem Problem letztes Jahr in Wiesbaden, bin ich nun aber schon so schlau, fast alle möglichen Ursachen für Probleme bei dem Ding zu vermeiden. Leider nur fast, denn dieses Mal hatte ich das Problem, dass er sich nicht ordentlich nachfüllen liess. Keine Ahnung, woran das nun lag, aber immer wenn ich das Wasser aus einer Trinkflasche in den Behälter drücken wollte, quoll er über. Daher dachte ich, dass er schon voll sei. War er aber nicht und nach zwei Schlücken war er dann leer! Ich werde ihn in Zukunft bei Distanzen kleiner Mitteldistanz wohl auch nicht mehr einsetzen. Das Ding nervt mich! Im Getränkehalter hinter dem Sattel hatte ich noch eine Ersatzflasche und eine Box mit Werkzeug. Diese Box hatte einen schraubbaren (!) Deckel. Dieser flog ca. bei Kilometer 50 bergab bei Tempo 55 nach einer Schlaglochdurchfahrt mit einem lauten Knall davon und ein Teil des Werkzeugs gleich hinterher. Da dort auch die Gaskartuschen drin waren, hielt ich am Ende der Abfahrt an und überlegte, was ich nun tun solle. Mit dem offenen Behälter würde ich das Werkzeug mit Sicherheit verlieren. Also opferte ich die Trinkflasche, leerte sie aus und deponierte das Werkzeug darin. Bedauerlicherweise hatte ich bis dahin die Airgun schon verloren. Bei einer Panne wäre ich mit meinen Gaskartuschen also ganz schön angeschmiert gewesen, da ich die Luft ohne Airgun nicht in die Reifen bekommen hätte. Hat mich schon etwas geärgert, aber was soll ich machen? In Zukunft wird die Box (muss erst wieder eine kaufen, habe die Box ohne Deckel später bei der Getränkestation entsorgt) zugeklebt und an den Flaschenhalter geklebt.
Lauf:
Die ersten Meter gingen noch recht flott los. Doch nach ca. 500 Metern kam der erste leichte Hang, den man runter musste. Da machte der linke Oberschenkel schon so Macken, wie letztes Jahr in Wiesbaden auch: Schmerzen beim Laufen. Als dann kurz danach eine Unterführung kam, habe ich das Tempo gedrosselt, weil die Schmerzen größer wurden. Nach ca. vier Kilometern pendelte sich das Tempo bei ca. 5 Minuten pro Kilometer ein. Das war nicht das, was ich eigentlich laufen wollte, aber da ich zu dem Zeitpunkt nicht so richtig glauben konnte, überhaupt noch 16 Kilometer laufen zu können, war mir das egal. Die Hitze war der absolute Wahnsinn. Zum Glück gab es alle 1,6 Kilometer eine Verpflegungsstation. Leider gab es keine Eiswürfel, daher immer einen Schwamm am Eingang der Verpflegungsstation, danach einen Schluck Wasser, den Rest über den Kopf, dann Cola und wenn möglich nochmal einen Schwamm am Ende. Ich werde mir niemals einen weißen Anzug kaufen, da der spätestens bei Kilometer 12 von dem ganzen Cola, das mir beim Laufen und gleichzeitigen Trinken über die Klamotten läuft, eine andere (nicht wirklich schöne) Farbe hätte. Bei Kilometer 13 musste ich eine kurze Pause bei der Verpflegung einlegen, weil die Beine nicht mehr so richtig wollten. Der Kilometer danach war dann wieder recht gut, doch dann kam der Einbruch. Ich bewegte mich vom Tempo her deutlich auf die 05:20 Minuten pro Kilometer zu. Bei Kilometer 19 habe ich eine Standpause bei der Verpflegung gemacht. Fünf Becher Cola hintereinander habe ich da in mich reingeschüttet, da ich den Unterzucker schon um die Ecke kommen sah. 07:42 Minuten für den Kilometer sind wohl recht deutlich. Nur unter größter Anstrengung konnte ich mich danach noch motivieren, dass Rennen zu Ende zu laufen. Den letzten Kilometer quälte ich mich nochmal 05:41 Minuten in der sengenden Hitze. Dann war ich nach 05:08:47 Stunden endlich im Ziel.
Sportliches Fazit:
Das Schwimmen im Freiwasser könnte noch etwas besser werden, ansonsten bin ich da auf einem guten Weg. Das Radfahren auf dem optimal eingestellten Argon 18 ist ein Traum. Leider konnte ich bisher nur rund 140 (!) Kilometer draußen trainieren und davon erst ca. 110 Kilometer auf dem Argon. Ich denke, dass bis Erlangen noch einiges gehen wird. Das Laufen nach dem “harten” Radfahren ist auf jeden Fall nicht das, was ich mir erwarte. Hier werden in Zukunft die Koppeleinheiten eine Verbesserung bringen. Mit der Gesamtzeit bin ich aufgrund der Vorgeschichte (kaum draußen trainiert, neues Fahrrad erst kurz vor dem Wettkampf bekommen, aus dem Familienurlaub ohne Fahrrad quasi direkt zum Wettkampf) einigermaßen zufrieden.
Organisatorisches Fazit:
Die Organisation der Veranstaltung ist sehr gut. Der Schwimmstart war allerdings absolut panne! Die Versorgung an der Rad- und der Laufstrecke war sehr gut. Die Versorgung im Zielbereich war gigantisch. Um weiteren Schaden von mir abzuwenden, habe ich mir direkt nach der Zielankunft drei Salamibrötchen, ein Käsebrötchen, fünf Stück Kuchen und dazu ungezählte Flaschen zuckerhaltiges Wasser gegönnt.
Lessons learned:
- Hitze und Berge sind meine Feinde und Leistungskiller Nummer 1.
- Die Wasserablauflöcher im Saucony Type A3 machen nur Sinn, wenn man keine Socken trägt.
- Mehr Koppeltraining ist notwendig.
- Wenn ich eine Mitteldistanz bestreite hat es mindestens 30 Grad Celsius
Ergebnis: 05:08:47 (2,1 Swim - 87 Bike - 19,5 Run)
Platzierung: Platz 148 von 238 (Platz 23 von 35 in der AK M35)
Also ich fand’s Wetter super.
Hi Chris,
Dir macht die Hitze offensichtlich nicht so viel aus. Habe Dich auf der Wendepunktstrecke öfters gesehen, da hast Du einen sehr guten Eindruck gemacht. Gratulation zu Deinem 8. Platz!