Das letzte Rennen der Saison war gleichzeitig auch das erfolgreichste! Beim Freundschaftsmarathon von Weiden nach Amberg konnte ich die erste Top-Ten Platzierung in einem größeren Wettkampf erzielen. Zusammen mit meinem Vereinskollegen Johannes Breitschaft wollte ich eine Zeit um die 01:24:00 Stunden laufen. Wir waren quasi vom Anfang bis zum Ende zusammen. Die ersten 12 Kilometer immer gleichauf, dann konnte Johannes einen kleinen Vorsprung (20-100 Meter) rauslaufen. An den Bergauf-Passagen (und davon gab es reichlich) konnte er sich immer ein Stück absetzen, bergab konnte ich aber immer wieder aufschließen und teilweise sogar meinerseits einen Vorsprung herauslaufen. Bei Kilometer 17 oder 18 habe ich mein viertes High5-Gel genommen und bekam danach Magenprobleme und musste mich fast übergeben. Dadurch ging der Temposchnitt etwas in den Keller.
Bei Kilometer 19 hatte ich mich wieder einigermaßen gefangen, wollte aber trotzdem nur noch die Ziellinie sehen. Das Beste kam aber noch zum Schluss: Bei Kilometer 20 ging es nochmal richtig (!) ordentlich den Berg hoch. Wahnsinn! Johannes konnte sich hier schließlich deutlich absetzen und ich wurde auf der folgenden Gerade noch von einem Läufer überholt. Kontern war leider nicht mehr möglich, da meine linke Wade wegen der kleinen Bergetappe zuvor vollkommen verkrampft war. Kurzzeitig erwog ich sogar, einige Meter locker zu gehen. Da kam aber schon die Abzweigung Richtung Fußgängerzone und Ziel. Da es hier leicht bergab ging, konnte ich wieder meine Bergab-Stärke ausspielen und holte richtig Schwung für den Endspurt durch den Zielkanal. Das war absolut gigantisch! Ich bin gerannt wie ein Hase, weil mir die Angst im Nacken saß, dass mich noch einer überholen könnte. Und die Zuschauer waren so laut, dass ich spontan beschloss, meinen Krampf zu vergessen. Das war definitiv der schönste Zieleinlauf bisher. 
Mit 01:26:35 bin ich ins Ziel gelaufen. Das ist leider ein deutliches Stück von der 01:24:00 entfernt. Aber bei 181 Höhenmetern auf dem Halbmarathon halte ich die 01:26:35 für eine gute Zeit, die einer 01:24:00 auf einer flachen Strecke in nichts nachsteht. Außerdem ist es neue PBZ auf der Halbmarathonstrecke. Ist doch was! Ohne Johannes (01:26:07) hätte ich die Zeit allerdings nicht erlaufen und wäre sicher etwas langsamer gewesen, weil ich gegen Ende in das Wohlfühltempo verfallen wäre.
Zur Veranstaltung:
Es war inzwischen der dritte Freundschaftsmarathon, von denen ich bisher zwei mitgemacht habe. Beide Male hatte ich das Glück relativ weit vorne (2007: Platz 49, 2009: Platz 9) anzukommen, so dass mir das große Gedränge im Zielbereich erspart geblieben ist. Die Startgebühren dieses Jahr betrugen knapp 16 Euro. Dafür gab es ein Funktionsshirt, eine Trinkflasche und einige Carboo4u-Produkte, ausreichende Zielverpflegung.
Da kann man absolut nicht meckern. Ich denke auch, dass das vorrangige Ziel der Organisatoren nicht die Gewinn-Maximierung ist. Trotzdem fand ich es etwas irritierend, dass am Halbmarathon-Start, bei dem Rund 700 Läufer und Nordic-Walker starteten, nur eine Toilette in der Volksschule zur Verfügung stand. Das dürfte dem einen oder anderen seeeeeeehr unentspannte Minuten beschert haben. Die Versorgung auf der Laufstrecke war teilweise suboptimal. Wasser und andere Getränke gab es an der letzten Versorgungsstation aus diesen Mini-Carboo4u-Bechern.
Wie soll man da was trinken? In dem Becher sind sowieso nur 0,1 Liter drin, wenn er randvoll gefüllt ist. Wenn man den greift, schwappt die Hälfte raus und man hat nicht mehr wirklich viel übrig. Es gab an den Ständen meiner Meinung nach auch keine feste Reihenfolge der Getränke. In Wiesbaden war es so organisiert, dass es immer eine fixe Reihenfolge gab. Erst Cola, dann Iso, dann Wasser. Da konnte man sich gut drauf einstellen. Ich war ja recht weit vorne, da war das alles noch einigermaßen machbar. Wenn man aber weiter hinten im Gedränge läuft, wird das sicher nicht so lustig. Die Idee, die Siegerehrung abseits auf dem Bierfest abzuhalten finde ich nicht gut. Es wusste auch kaum einer, wo die Siegerehrung genau stattfinden soll. Insgesamt war es aber trotzdem ein toller Wettkampf. Das Wetter hat auch gepasst.
Die Strecke finde ich persönlich etwas zu anspruchsvoll, wenn man bedenkt, dass doch sehr viele “Spaß-” bzw. “Wohlfühlläufer” mitmachen. Vor allen Dingen den letzten Berg hätte man sicher umgehen können.
Ergebnis: 01:26:35
Platzierung: 9 von 541 (AK: 3 von 59)
Lessons learned:
- Ich kann fast 1,5 Stunden mit einen Durchschnittspuls von 167 laufen.
- Mehr als drei Gels in einem Rennen gehen magentechnisch nicht, ich muss mal Riegel beim Laufsplit ausprobieren.
- Die Laufform bei normalen Temperaturen stimmt.
- Der LunaRacer ist auf Feldwegen mit grobem Schotter nicht so gut geeignet, weil die Sohle zu weich ist. Ansonsten ein genialer Laufschuh!
- Meinen Forerunner 310XT gebe ich nicht mehr her und laufe auch nie einen Wettkampf ohne! Damit hat man die Kilometerzeiten immer in Echtzeit im Blick. Beim HM waren die Kilometertafeln nicht immer genau (teilweise sicher 100 Meter) und in umgekehrter Reihenfolge: Es waren die Kilometer bis zum Ziel aufgedruckt. Das kann einen ganz schön durcheinander bringen.
- Ich muss mich auf Bergab-Rennen spezialisieren!
Vielleicht sollte ich mal beim Cooper’s Hill Cheese-Rolling and Wake mitmachen?



22.09.2009 um 8:02
Gute Renneinteilung! Nicht zu schnell losgerannt und das Tempo gut gehalten so wird das auch was mit der PB.
22.09.2009 um 8:22
Gratulation. Vielleicht kannst ja in Kandel einen neuen Angriff auf Sub 1:24:00 machen *G* ich habe meinen Start wieder geplant.
23.09.2009 um 22:44
Hallo Jörg, vielen Dank! Ich denke, dass auf einer flachen Strecke die 01:24:00 möglich gewesen wäre. Kandel muss ich mal schauen, ob das 2010 in meinen Rennkalender passt. Ein Trainingslager in der Pfalz habe ich bisher noch nicht geplant.
23.09.2009 um 22:47
Hallo Chris,
yep. Bin zufrieden, lief gut. Das Wetter war auch optimal und nicht so warm wie in Wiesbaden.