Den “wohl härtesten Zieleinlauf der Oberpfalz” versprach der Veranstalter. Ich denke, das war nicht gelogen. Die ersten 50 der insgesamt 247 Stufen zur Klosterburg in Kastl sind noch recht angenehm. Doch dann macht es sich bemerkbar, dass einem bereits 25 Kilometer Zeitfahren und knapp fünf Kilometer der Laufstrecke in den Beinen stecken. Die letzten Stufen sind hammerhart, weil man sich mit dem Bein nicht mehr abdrücken kann. Irgendwie stellte sich die Pressatmung ein und die Waden wollten sich nicht mehr richtig strecken lassen. Komisch …… Die ersten 4,7 Kilometer der Laufstrecke sind dagegen sehr flach und ohne größere Anstiege.
Die Radstrecke, die es zuerst zu bewältigen gilt, hat einige Passagen mit Rückenwind, die man auf dem Rückweg allerdings mit Gegenwind absolvieren muss. Bis auf die Zielanfahrt ist alles nur mit kleinen Hügelchen (ich war in Wiesbaden, danach hat man eine andere Ansicht von Hügeln und Bergen!) versehen oder verläuft sehr flach. Die letzten geschätzten 300 Meter vor dem Ziel haben es allerdings auch hier in sich: Man fährt mit dem Rad hinauf zur Klosterburg. Da geht es mit einer bis zu 15 prozentigen Steigung rauf. Das war hammerhart. Das Zeitfahren wurde mit Abständen von 30 Sekunden gestartet. Ca. eine Stunden nach der Zielankunft des letzten Radfahrers wurde das Laufen mit einem Jagdstart gestartet. Fand ich gar nicht schlecht. Man konnte sich kurz erholen und das Rad etc. verstauen.
Beim Radfahren bin ich auf jeden Fall an meinem momentanen Limit langgefahren und bin mit meiner Leistung sehr zufrieden. Allerdings habe ich beide Wendepunkte verschlafen. Da zeigt sich mal wieder, dass Streckenkenntniss sehr wichtig sein kann.
Beim Laufen musste ich dann knapp zwei Minuten aufholen, um noch den dritten Platz in der AK erreichen zu können. Bei nur fünf Kilometern Länge ist das ziemlich unmöglich, da die anderen Teilnehmer nicht zum spazieren nach Kastl gekommen waren. Versuchen wollte ich es aber trotzdem und bin nach dem Start gleich mit Vollgas losgelaufen. Der erste Kilometer mit 03:36 war schon nicht schlecht, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich noch die 247 Stufen erklimmen musste, bin ich danach etwas langsamer gelaufen. Beim ersten Wendepunkt nach knapp 2,5 Kilometern hatte ich ca. 50 Sekunden auf den direkten Konkurrenten gut gemacht. Die Kilometerzeiten wurden allerdings immer langsamer: 03:49, 03:59, 04:04 und der letzte mit den Stufen hat dann meine Sub 20 Hoffnung zunichte gemacht: 05:04 Minuten. Das ergibt insgesamt einen Schnitt von 04:07 Minuten pro Kilometer und bei gelaufenen 4,89 Kilometern eine Zeit von 20:07. Am Ende fehlten mir 42 Sekunden, um den Schritt aufs Podest zu machen. Schade, aber nicht wirklich schlimm. In der Mannschaftswertung hat es für mich mit dem La.Fa.Ce. Team 2 (es wurden immer drei Leute in der Reihenfolge der Platzierung für ein Team gewertet) für den dritten Platz gereicht, die Kollegen aus dem ersten Team holten sich den Sieg, was mit den Plätzen 3, 4 und 5 fast klar ist.
Der Wettkampf fand bei bestem Wetter statt. Ich denke, es waren so ca. 20° Celsius. Beim Radfahren hatte ich ein Langarm Under Armour Coldgear Shirt an. Das war genau richtig. Beim Laufen konnte man bequem den normalen Triathlon-Dress tragen - im Vergleich zu Wiesbaden war es allerdings schon fast ein Winterlauf.
Die Organisation war einwandfrei. Die Rad- und Laufstrecke waren komplett gesperrt. Es ist eigentlich schade, dass es nicht mehr Teilnehmer gab. Dieser Wettkampf hätte es absolut verdient gehabt, dass mehr als nur rund 70 Teilnehmer (35 Bike & Run, der Rest machte nur das Einzelzeitfahren) kommen.
Ergebnis: 01:00:33 (00:40:26 Bike, 00:20:07 Run)
Platzierung: 18 von 35 (AK: 4 von 6)


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