Tja, so hatte ich mir meinen ersten Marathon absolut nicht vorgestellt: Bei Kilometer 36 musste ich die Segel streichen, mich von einem Notarzt behandeln lassen und landetet schließlich in der Notaufnahme des Schwabinger Krankenhauses, in der ich dann rund zwei Stunden verbrachte. Wie es dazu kam? Ich habe mich gnadenlos im Tempo verschätzt und trotz einer “festgelegten” Marschtabelle die vorgegebenen Zeiten ignoriert. Eigentlich wollte ich die ersten zehn Kilometer mit einem Schnitt von 04:40 laufen, habe aber (nach meiner Suunto - die weicht etwas ab von den offiziellen Zeiten) ca. einen 4:20er Schnitt hingelegt. Da mich selbst bei diesem schnellen Tempo noch reihenweise Leute überholt haben, zweifelte ich zeitwillig generell an der Erfassung durch die Suunto.
Bei Kilometer 17 hat sie dann plötzlich einen riesigen Sprung gemacht. Keine Ahnung, woran das lag, aber sie hat fast einen Kilometer übersprungen. Da war ich aber noch guter Dinge, da die Beine gut waren und auch sonst alles gepasst hat. Zum Halbmarathon kam ich laut Mika-Timing mit 01:34:05. Das war natürlich viel zu schnell. Weiß ich jetzt! ![]()
Bis Kilometer 26 lief alles gut, ich bin weiterhin ca. einen 04:20er Schnitt gelaufen (geplant waren da 04:30!). Ab Kilometer 26 kamen dann Magenschmerzen dazu. Ich habe das Tempo daraufhin etwas gedrosselt, aber da war es schon zu spät. Bis Kilometer 32 habe ich mich dann noch irgendwie joggend bewegt. An der Wasserstelle bei Kilometer 32 habe ich eine kurze Pause gemacht, das Dixi aufgesucht und bin dann mit zügigem Schritt weiter gelaufen. Ich fühlte mich aber da schon nicht mehr gut. Die Hände kribbelten und mir war leicht schwindelig. So schleppte ich mich dann noch bis Kilometer 36. Dann habe ich einen Ordner nach dem nächsten Sanitäter gefragt. Er verwies mich zur Wasserstelle an Kilometer 32, die gleich um die Ecke war. Bis dorthin schaffte ich es gerade noch. Dort legte ich mich auf einen Tisch und wartete, bis die Sanitäter eintrafen. Nachdem ich mich hingelegt hatte, verschlechterte sich mein Zustand zunehmend. Mein ganzer Körper wurde plötzlich zittrig und verkrampfte, alles kribbelte. Ich konnte nicht mal mehr richtig sprechen. Mein Blickfeld war deutlich eingeschränkt. Endlich trafen die Sanitäter ein. Im gleichen Moment fuhr mir ein Krampf in die rechte Wade. Auch der linke Oberschenkel war steinhart. Ich stammelte irgendwas von Krampf und Spritzen, damit konnten die Sanitäter aber nichts anfangen. Genauere Angaben konnte ich ihnen aber leider in diesem Moment nicht liefern. Sie riefen den Notarzt, der kurz danach auch eintraf. Ab in den Krankenwagen, Kanüle in den rechten Arm und eine Infusion angeschlossen. Gott sei Dank ging es mir recht schnell wieder besser. Nach der Gabe von Magnesium lösten sich auch die Krämpfe. Da der Notarzt sich aber nicht sicher war, was mir genau passiert war, musste ich ins Krankenhaus, um ein Blutbild erstellen zu lassen. In der dortigen Notaufnahme verbrachte ich dann ca. zwei Stunden, bis die ganzen Messungen abgeschlossen waren. Die Werte waren alle in Ordnung, so dass ich das Krankenhaus verlasen konnte.
Zum Glück hatte ich mein Handy am Mann. Ich habe keine Ahung, wie ich sonst mit Dagmar, die ab 13:15 Uhr gespannt auf mein Eintreffen im Stadion gewartet hatte, Kontakt hätte aufnehmen sollen. So konnten wir uns per SMS verständigen. Sie hat meinen Kleiderbeutel abgeholt und ist mit Hilfe des Navigations-Gerätes zum Krankenhaus gekommen, um mich abzuholen.
Auf Jörgs Rat hin, hatte ich aber auch 20 Euro einstecken, um mit dem Taxi fahren zu können. Diesen Rat hatte ich befolgt, den mit der nicht zu warmen Kleidung auch. Dummerweise habe ich aber nicht auf den Rat gehört, es langsam angehen zu lassen. Nächstes Mal bin ich schlauer!
Die Zeiten, die von Mika-Timing erfasst wurden (wobei die 30 km-Zeit nicht stimmen kann, denn das wären mit 27:01 Minuten die schnellsten neun Kilometer meines Lebens gewesen!):
10 km: 00:44:54
Halbmarathon: 01:34:05
30 km: 02:01:06


27.11.2008 um 20:54
[...] bin ja leider kein München Hero geworden, da ich beim München Marathon granatenmäßig eingegangen bin. Nach weiteren Diskussionen mit “Fachleuten” zu diesem Vorfall hat die [...]
21.01.2009 um 20:01
[...] habe mich mit dem Sportmediziner auch über mein Marathon-Erlebnis unterhalten. Er meinte, dass es sehr wahrscheinlich eine Unterzuckerung war, da mein [...]
07.02.2009 um 19:05
[...] da die Zeit nach Wiesbaden zu kurz ist, um sich gewissenhaft darauf vorzubereiten, denn auf so eine Nummer wie in München 2008 kann ich dieses Jahr verzichten. 2010 werde ich in München einen zweiten Versuch [...]
06.08.2009 um 21:08
[...] meinem unglaublichen Hungerast beim München Marathon 2008 und meinen einschlägigen Erfahrungen bei Koppeleinheiten mit drei Stunden Rad und anschließenden [...]