Letztes Wochenende fand das Kraichgau Triathlon Festival statt. Ich habe meinen ersten Wettkampf auf der olympischen Distanz gefinisht. Das war der bisher am besten organisierte Wettkampf, an dem ich teilgenommen habe. Absoluter Wahnsinn, wie viele Helfer dort im Einsatz sind.

Die Vorbereitung für den Wettkampf war allerdings alles andere als optimal. Am Samstag habe ich mit Stone die Strecke besichtigt und musste auf der Radstrecke des öfteren schlucken. Da sind schon ganz schöne Steigungen drin. Am Nachmittag wollte ich dann meine Beutel (man musste einen Bike, einen Run und einen After Race Beutel packen) richten. Bei der Anprobe des Tri-Tops ist einfach der Reißverschluss abgefallen. Das Teil ist definitiv kaputt. Zum Glück hatte ich noch einen Backup-Anzug dabei, denn 380 Kilometer von zu Hause an einem Samstagabend wäre es etwas schwer gewesen, ein Ersatzteil zu beschaffen. Als ich dann festgestellt habe, dass ich auch noch meinen Garmin zu Hause vergessen hatte, war die Laune auf dem Tiefstpunkt. Gott sei Dank hat mir Petra Ihren geliehen, denn ich erfasse das Radtempo, die Radstrecke, die Trittfrequenz, das Lauftempo und die Laufstrecke mit dem Garmin. Da wäre ich echt verloren gewesen.
Am Samstag war ich noch bei Jörgs Geburtstagsfeier und habe dort auch den Garmin bekommen, kam aber daher leider erst gegen 01:00 Uhr ins Bett. Um 05:00 Uhr war die Nacht vorbei und ich habe die letzten Sachen zusamengepackt. Um 06:00 Uhr bin ich zusammen mit meiner Schwester in Richtung Kraichgau aufgebrochen. Da wir früh am Hardtsee waren, konnte ich fast direkt nebendran parken. Das ist immer recht angenehm, da sich dadurch kurze Wege ergeben, wenn man was vergessen hat. Die Zeit bis zum Schwimmstart verging in der allgemeinen Hektik recht schnell.
Der Schwimmstart ist ein absolutes Erlebnis. 500 Starter im Wasser warten gespannt auf den Startschuß. Irgendwie war ich ganz nach vorne gekommen und konnte ungehindert losschwimmen. Das Problem war nur, dass nach rund 50 Metern schon die ersten schnellen Schwimmer von hinten vordrückten und das Ganze dann nicht mehr so ungehindert ablief. Der Neo drückte auch, so dass ich irgendwie versuchte, an den Rand zu kommen, um nicht in dem großen Gedrängel schwimmen zu müssen. Die 1,5 Kilometer im Baggersee auf der olympischen Distanz sind ein anderes Kaliber als die 500 in der Volksdistanz. Das war mir vorher schon klar und wurde mir dann auch eindrucksvoll bewiesen. Am Ende war ich nur noch froh, als ich endlich aus dem Wasser war.
Danach beim Wechsel noch einen Plausch mit Stone gehalten, der kurz vor mir aus dem Wasser kam. Die ersten 10 Kilometer auf dem Rad liefen absolut genial: Flache Strecke, kein Wind. Das ist mit dem B2 eine wahre Freude. Nach 10 Kilometern kam dann schon der erste heftige Anstieg durch ein Wohngebiet. Links und rechts standen schon Leute und brüllten einen den Hang hoch. Danach folgten noch einige Anstiege, von denen der Anstieg von Tiefenbach nach Eichelberg die Muskeln richtig sauer werden liess. Das war kein Spaß mehr! Nach diesem Anstieg ging es wieder zurück in Richtung Mingolsheim. Am Schindelberg kamen einem dann schon die M-Distanzler entgegen und es wurde recht eng auf der Radstrecke. Am Ende kam wieder ein flacheres Stück, das mit dem B2 wieder angenehm zu fahren war.
Der Wechsel auf die Laufstrecke fand an der Schönbornhalle in Mingolsheim statt. Auch hier waren wieder unglaublich viele Helfer unterwegs, die einem das Fahrrad und den Wechselbeutel abnahmen. Die Laufstrecke ging auf dem ersten Stück den Berg runter, dann eine Schleife und wieder den Berg hoch, an der Wechselzone/Ziel vorbei und dann auf der anderen Seite leicht bergab bis zum Wendepunkt. Dann wieder zurück Richtung Ziel. Die Stimmung an der Laufstrecke war riesig. Überall begeisterte Zuschauer!
Im Ziel gab es alles was das Herz nach einem solchen Wettkampf begehrt. Es waren sogar drei Pools zum Abkühlen. Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht so heiß.

Da ich Stone auf der Laufstrecke nicht gesehen habe, machte ich mir schon Sorgen. Meine Schwester, die die ganze Zeit im Wechselbereich stand, hatte ihn auch noch nicht gesehen und wir dachten schon, dass er die Berge nicht hochgekommen ist. Dann kam die Durchsage, dass wir uns beim Stadionsprecher melden sollten. Da war mir klar, dass was passiert sein muss. Die Info dort: Er hatte einen Unfall und liegt im Bruchsaler Krankenhaus. Eine Telefonnummer habe ich dann auch gleich bekommen. Danach habe ich mit Stone telefoniert: Armbruch.
Ich musste aber erst das Rad auschecken und mein Auto am Start abholen, um dann nach Bruchsal fahren zu können. Ich bin mit dem Rad zum Start gefahren, meine Schwester wollte mit dem Shuttle-Bus zum Start fahren. Das ist eigentlich der einzige Kritikpunkt an dieser Veranstaltung: Der Transfer mit dem Shuttle-Bus hat fast 45 Minuten gedauert. Das könnte man sicher optimieren.
Im Krankenhaus angekommen, sahen wir, dass es mehrere Triathleten erwischt hatte. Alle waren auf der Radstrecke gestürzt und sahen teilweise nicht so gut aus. So ein aufgeschürfter Oberschenkel ist beeindruckend.
Stone wurde dann von seiner Schwester nach Pforzheim gebracht. Amtliche Diagnose: Dreifacher Bruch des rechten Armes.
Das hat sich also richtig gelohnt!

Ergebnis: 02:40:21 (29:21 Schwimmen, 01:25:39 Rad, 00:45:19 Lauf)
Platzierung: Platz 220 von 485 (AK: 48 von 89)

Fazit:

  • Große Veranstaltung bedeutet großen Streß.
  • Schwimmen im Baggersee im großen Starterfeld ist heftig.
  • Die 10 Kilometer nach dem Rad sind am Anfang etwas schwierig.
  • Das Kraichgau Triathlon Festival ist ein perfekt organisierter Wettkampf.
  • Die Radform stimmt, ich werde nicht mehr nach hinten durchgereicht.
  • Wenn der Schwamm im Aerodrink bleibt, funktioniert alles wundebar.
  • München, Wettkampf, München ist echt streßig.

Bilder vom Samstag:
Stone im Zielbereich Wechselzone am Samstag 1 Wechselzone am Samstag 2 Tribüne Mein Wechselplatz beim Rad

Bilder vom Sonntag:
Wechselzone vor dem Start Wechselzone mit den Bike BeutelSchwimmstart Teil 1 Schwimstart Teil 2 Plausch in der Wechselzone Nach der ersten Laufrunde Stone mit Gips