Mit der Fernsehübertragung des Ironmans auf Hawaii kann man sich den sehr frühen Sonntagmorgen vertreiben.

Ich habe mich auf den Kampf Al-Sultan gegen Stadler gefreut und war dann etwas enttäuscht, als ich gegen 23:00 Uhr im Videotext lesen musste, dass Al-Sultan wegen Magen-Darm-Problemen passen musste. Wer ihn später im Interview gesehen hat, musste einsehen, dass dieser Mann sicher keine 3,8 Kilometer hätte schwimmen können. Nachdem dann auch Stadler ausgestiegen war, war eigentlich klar, dass Chris McCormack das Ding nach Hause bringen wird. Sei ihm auch gegönnt.

Die Übertragung war teilweise echt eine Qual. Die Fernsehbilder waren viel zu hell, mir tränten teilweise die Augen. Die Kommentare waren stellenweise auch unterirdisch, wobei es natürlich auch schwer ist, über vier Stunden von einem relativ ereignisarmen Wettkampf zu berichten. Die einzige Aufregung kam auf, als McCormack an Sindballe auf der Laufstrecke vorbeizog.

Was ich mich die ganze Zeit gefragt habe: Warum lassen die nicht den Original-Ton im Hintergrund laufen? Das machte irgendwie den Eindruck, als ob was kaputt sei.

Gegen Ende der Veranstaltung war mir wieder klar, was diesen Sport so interessant macht: Die Emotionen. Ich kann immer mitfühlen, wenn Leute im Ziel zusammenbrechen oder zu heulen anfangen. Wenn man sich so lange auf einen Wettbewerb vorbereitet hat und wahrscheinlich das ganze Jahr darauf ausgerichtet hat, dann muss das raus.

Am schönsten fand ich Max Longrée, der, gestützt von zwei Helfern, ein Interview gab, bei dem er ständig den Tränen nahe war. Danke dafür! Das war ganz großes Kino.

Auch sehr schön war das Live-Interview mit Katja Schumacher, die total fertig am Straßenrand saß und auch mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hatte. Ich hätte den Reporter nach der zweiten Frage wahrscheinlich dauerhaft getreten. Aber sie hatte sicher nicht mehr die Kraft dazu.

Mein Geheimfavorit Timo Bracht konnte leider keinen der vorderen Plätze erreichen, aber Platz 15 ist ja auch nicht schlecht.

Ich bin gespannt auf 2008.